Die Samoa-Jnseln..
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Der: Freundschaftsinseln reihen mir die östlich davon gelegenen und durch eine Erhöhung des Meeresbodens mit der Vavau-Gruppe in Verbindung stehende Savage-Jnsel oder Niue an, die Cook in: Jahre 1774 entdeckt hat. Unter 19° 10" südl. Breite, 169° 50" mestl. Länge gelegen, hat sie einen Umfang von etwa 60 km und besteht aus gehobenen: Korallenkalk, dessen 30—90 m hohe Wände ein mit Bäumen und Gesträuch bedecktes Tafelland einschließen.
6. Are §mnoa-Insekn.
Nordöstlich vor: der Tonga-Gruppe erheben sich auf der südöstlichen Verlängerung des Rückens, der die Marshall-, Gilbert- und Ellice-Jnseln trägt, aus Tiefen von mehr als 4000 m die hohen Samoa-Jnseln, deren zweiter, von dem Franzosen Bongainville verliehener Name Schifferinseln jetzt fast allgemein aufgegeben morden ist. Im Jahre 1722 von den: Holländer Noggeveen (vgl. oben, S. 10) entdeckt und außer von Bongainville (1767) auch von Lape- rouse (1787), Edwards (1794), Kotzebue (1824) und Wilkes (1839) besucht, sind sie genauer erst durch die Londoner Mission, durch die Beamten des Hamburger Hauses Godeffrop, namentlich durch Dr. E. Graeffe, und endlich auch durch den Geologei: Dana bekannt gemacht morden.
Zwischen 1720 45 / pggo 9 / ivestl. Länge und —14 ,50 südl. Breite bilden sie eine
nach Ostsüdosten streichende Kette von Inseln, deren kostbarste Perlen, voi: Westei: aus gerechnet, Sammt, Upolu, Tutuila und Tau siud. Ihr Areal beträgt insgesamt 2787 gllm, also etivas mehr als das des Großherzogtums Luxemburg, womit sie ai: Flächeninhalt sämtliche polpnesische Inselgruppen (außer Hawaii), die Tonga-Gruppe z. B. etwa um das Dreifache, übertreffe):.
Die bergigen, bis zu 1300 m Höhe ansteigenden, mit dichten: Walde bekleideten Samoa- Jnseln machen, von der See aus gesehen, einen überwältigend schönen Eindruck, der durch die Schroffheit der die Küste und die Berge des Inneren bildenden Felsenmassen noch gesteigert wird.
„Von einer gewissen Entfernung aus gesehen, gleichen die Samoa-Jnseln"", nach Jung (Mlstralieiü), „einer langen Reihe von Bergei:, deren kegelförmige Gipfel eine Höhe von 1300 m nirgends übersteigen. Kommt man näher, so erblickt man die malerischen Linien und Höhen der einzelnen Berge mit tiefe:: Einschnitten und sanften Abhängen, deren Setter: von: Gipfel bis zürn Meer mit reicher Vegetation bedeckt sind. Auch die sich daran schließenden welligen Ebenen, wogend in: immergrünen Smaragdkleide, entzücken die Blicke nicht minder als jene erhabenen Dome, besonders wein: das Bild in luftiger Morgenfrische lachend vor den: Beschauer liegt. Hier und dort durchbreche:: Zeichen beginnender Kultur: majestätische Kokoswälder, Banm- wollpflanzungen, Bananenfelder, die weniger nutzbringende ursprüngliche Vegetation. Überall ist die Bewässerung reichlich; auf Sammt freilich absorbiert der poröse Tnffbodei: höher gelegener Gebiete die Niederschlüge dergestalt, daß sie erst an: Meeresrande in klarer: Quellen wieder zu Tage trete::. Aber auch der größte Teil von Sammt ist, wie alle übrigen Inseln, aufs beste bewässert. Überall fließei: vor: den dicht mit schwerem Holz bestandenen Bergen zahlreiche Bäche den: Meere zu, hier von hoher Felsenkante ii: den Abgrund stürzend, dort sich hinter dichten: Vorhang von dunkelgrünem Laub verlierend, um dann, wieder ins Sonnenlicht tretend, ii: ruhiger Klarheit dahinzufließen. Unterirdische Flüsse verfolgen brausend ihrer: Lauf durch verborgene Höhlen vulkanischen Gesteins, brechen an tieferer Stelle rauschend hervor und eilen geschäftig den grünen, stillen Lagunen zu, über welche die Boote der Küstenbewohner hingleiten, deren Dörfer hier und da am Rande verstreut sind."
Die Samoa-Jnseln bestehen ausschließlich aus jungvulkanischen Felsarten, vorwiegend basaltischer und trachytischer Natur, mit ihrer: Tuffei: und Laven. Einzelne Krater, wie der Apolima, sind noch erhalten, und der unterseeische Ansbruch bei Olosenga (1866) läßt aus