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[Bd. 5] (1895) Australien und Ozeanien : eine allgemeine Landeskunde / von Wilhelm Sievers
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III. Obcrflächengestnlt.

drei kleine Jnselchen (Ole Motu oder Atolle), die mit ihrem frischen Grün einen reizenden Gegen­satz zu den: düsteren drohenden Vulkan und dem blauen See bilden. Trotz ihrer geringen Aus­dehnung haben auch sie kraterartige Vertiefungen, die teils mit Wasser gefüllt sind, teils Pflan­zungen tragen, und erheben sich 120 m über den Spiegel des Sees.

Im April 1867 begann die Insel Niuafu wiederum ihre vulkanische Thätigkeit. Doch er­folgte der Ansbrnch nicht aus dem alten Krater, sondern es bildete sich auf der Südseite der Insel eine Menge neuer Krater, die mit ihren Lavaströmen fast ein Fünftel der Insel verwüsteten und zahlreiche Kokospalmen, Wald und Pflanzungen vernichteten.Alte Krater und Lavaströme findet man überall auf Niuasn, und es erinnert das hohle Dröhnen bei jedem Schritte daran, daß man auf alter: Lavagüngen wandelt." (Graeffe.) Der neue Ausbruch überdeckte zum Teil die alten Lnvafelder und veränderte dabei noch die Gestalt der Südküste, da er an die Stelle kleiner, sandiger Buchte:: steile Lavamassen setzte. Schwarze, grüne, kupferfarbige und rote Laven ergossen sich über die gesamte Gegend.Weite Waldstrecker: waren vollkommen blattlos wie bei uns irr: Winter, dürr streckten die hoher: Waldbäume ihre kahlen Äste zum Himmel." Eine Reihe vor: winzigen Kratern hat irr: Südosten des Jnselringes kleine, aus Schlacke:: gebildete Höhenzüge hervorgerufen; tiefe Lager: pulveriger: Schwefels und vulkanischer Asche Haber: sich stellenweise noch über der: Rücken der Lavaströme ausgebreitet. Ar: der einer: Seite des inneren Sees fiel das Wasser um 2 m, ar: der anderen stieg es um denselben Betrag, warme Quellen bracher: hervor und Bergstürze verringerten der: Landring.

Nina (Niuatabutabu oder die Keppel-Jnsel), die als letzte unserer Gruppe arr: ehester: noch zu der: Tonga-Inseln zu rechnen ist, ist zusammen mit ihrer Nachbarin Tafahi oder Boscarven wie mehrere der bereits geschilderter: Gruppen 1606 von Le Maire und Schonte:: entdeckt worden. Nina ist ein hügeliges, vor: Riffe:: umgebenes, wahrscheinlich vulkanisches Land, Tafahi ein 610 m hoher, spitzer, dichtbewaldeter erloschener Vulkan.

5. Die Uongcr-Snsekr.

Jr: einer:: gegen Westen offenen Bogen erstreckt sich nordnordostwärts von 23,51?o südl. Breite der Tonga-Archipel, der mehr aus einer Aufeinanderfolge vor: Inselgruppen als aus einer geschlossener: Reihe besteht. Dennoch sind die vulkanischen Inseln der Tonga-Gruppe ihrer Richtung nach einer vor: Nordnordoster: nach Südsüdwesten verlaufenden Spalte aufgesetzt; verlängert man diese Linie, so trifft sie auffallenderweise zuerst auf der: alten Krater Raoul und die Kerrnadec-Inseln, und weiterhin auf das große Vulkangebiet irr: Osten der Nordinsel Neuseelands. Auf dieser ganzen Strecke ist die Tiefe der See geringer als sonst irr: Umkreis: nirgends sinkt sie unter 4000 m; also verbindet ein schmaler Rücken Neuseeland, die Kerrnadec- und die Raoul-Gruppe mit Tonga. Zu beiden Seiten dieses Grates stürzt der Meeresboden zu Tiefer: vor: über 5000 m, ja zwischen Tonga und Sarrroa sogar zu einer der größter: Tiefer: ab, die überhaupt gemessen worden ist: zu 8324 m, der tiefster: bekannten Stelle des südlichen Großer: Ozeans; und eine zweite bedeutende Tiefe (8095 m) liegt südöstlich der südlichster: Tonga- Insel Pylstaart. Demnach scheint eine nordöstlich streichende Erhebung des Meeresbodens vor: Neuseeland bis Tonga nach Osten schroff abzustürzen. Zieht man darüber: die Beobachtung ir: Er­wägung, daß überall ar: der: Grenzen der Kontinente, nicht ir: der Mitte der Meere, die größter: Meerestieser: vorkommen, so darf man die östliche Grenze des australischer: zerbrochenen Fest­landes mit der vor: Neuseeland bis Tonga verlaufender: Linie identifizieren.

Die Tonga-Inseln sind schor: 1643 vor: Abel Tasman entdeckt, aber erst 1773 vor: Cook wiedergefunden und 1777 vor: dieser:: längere Zeit besucht worderr. Außer der Beschreibung