Polynesien. Die Ellice-, Phönix- nnd Tokelan-Inseln.
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Die Wice-Inseln.
Unzweckmäßigermeise auch Lagnnei:-Jnseln genannt, erheben sich die Ellice-Jnseln aus der südöstlichen Fortsetzung des die Marshall- nnd Gilbert-Jnseln tragenden unterseeischen Rückens und erstrecken sich in derselben Richtung wie jene zwischen 5 und 10° südl. Breite und zwischen 176 und 1800 östl. Länge nach Südosten. Ihr Areal beträgt nur 37 gkm, verteilt sich aber trotzdem auf ungefähr neun Inseln. Bekannt geworden sind sie namentlich durch die Missionare, den Naturforscher Graeffe und den Kapitän Hudson, ein Mitglied der Wilkesschen Expedition.
Ausschließlich Korallengebilde, meist Lagunen-Inseln von ganz ähnlicher Natur wie die Gilbert-Gruppe, sind die Ellice-Jnseln in: allgemeinen arm an Pflanzen und namentlich Tierarten, dabei aber bedeckt von Kokos- und Pandannsdickicht, seltener noch von Bananen, Arnm nnd Brotfruchtbäumen. An Säugetieren kommen nur Ratten nnd Schweine, an Vögeln außer Hühnern, wie es scheint, nur Seevögel vor. Über den Riffen erheben sich auch hier kleine, oft unterbrochene Landstreifen, auf denen die wenigen Ansiedelungei: Zwischen Kokoswäldern Fuß gefaßt haben, und die durch Kanäle mit den: Meere verbundenen Lagunen bieten sichere Häfen. Die bedeutendste Insel der Gruppe, Fnnafnti oder die Ellice-Jnsel, die den: ganzen Archipel den Namen gegeben hat, umfaßt selbst wieder 32 kleine, leidlich üppigen Pflanzenwnchs tragende, aber brackiges Wasser führende Eilande, voi: denen nur eins bewohnt ist. Unfruchtbarer sind die nördlichsten, Nanomea, Lakena und Nanomanga; auf Niutao ist die Lagune bereits ii: einen Mangrovesumpf und kleine Brackmasserteiche zusammengeschrumpft, anf Nni ist die Lagune ebenfalls schon beschränkt, und auf der südlichsten, Nnknlailai oder der Mitchell-Jnsel, bilden sich bei in der Lagune eintretender Ebbe starke Strudel, die durch Kanäle mit den: offenen Meer ii: Verbindung stehen. Eine der landreichsten nnd bevölkertsten Inseln ist Vaitnpn, deren Lagune sich nur an einer Stelle nach den: Meer hin öffnet, während das viereckige Riff von Nnknfetau oder der De Pepster-Insel noch drei Ausgänge hat.
2. Die UhöniX-Inseln.
Zwischen 170 und 177° westl. Länge und 5 — 2« südl. Breite, also in: Nordosten der Ellice-Jnseln, liegen die Phönix-Inseln mit zusammen 42 gkin Flüchenranm. Sie sind sämtlich Korallenbildungen, Atolle von mäßiger Größe; Lagunen, obwohl von geringer Ausdehnung, sind noch vorhanden bei der nördlichsten Insel Swallow oder Mary nnd bei den südlichsten. Hüll, Sydney nnd Gardner; dagegen haben die mittleren Inseln (McKean, Birnie, Phönix nnd Ender- bury) schon gar keine Lagunen mehr. Besonders auffallend sind die steilen Abfälle der Riffe gegen das offene Meer, so bei Mary, Sydney und vor allen: bei Enderbnry, wo die „Tnscarora" nur wenige Schiffslängen von der Insel entfernt bereits 3660 m Tiefe fand.
Die Flora ist ärmlich: viele der Inseln tragen, wie Mary und Enderbnry, nur Gras nnd niedere Gebüsche, Kräuter und Standen; die Kokospalme fehlt mehreren unter ihnen ganz und bildet allein auf Sydney und Gardner größere Haine. Die Fanna beschränkt sich auf Ratten, Schildkröten, Eidechsei:, Spinnen, Ameisen, Fliegen und Seevögel. Dabei ist allerdings die Zahl der Bügel so groß, daß ihre Ausleerungen zu müßiger Guano-Ansammlung geführt haben. Diese Guanolager wurden für England die erste Veranlassung zur Erwerbung der Phönix-Inseln.
3. Die Tokekau- oder Union-Inseln.
In: Süden des soeben besprochenen Archipels, um den 10. Breitengrad und zwischen den: 177. nnd 163. Grade westl. Länge gruppiert, enthalten die Tokelan- oder Union-Inseln auf
Länderkunde, Australien und Ozeanien. ^0