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III. Oberst ci ch enge st a I t.
Etwas abseits von der Reihe der Santa-Crnz-Eilande liegen nordöstlich von den 30—70 m hohen, korallengebauten Matema- oder Keppel-Jnseln, dem Ausgangspunkt des Brougham- Riffes, die Gruppen Taumako und Motuiti, auch Duff und Kennedy genannt, die schon 1606 von Quiros entdeckt wurden, aber trotzdem nur wenig bekannt sind. Vermutlich sind sie hohe vulkanische Inseln mit Barrierriffen; Tanmako soll gar ein thätiger Vulkan sein.
5. Die Kal'omonen.
An den Namen der Salomonen, einer der am längsten bekannten und am häufigsten gesuchten Inselgruppen des Großen Ozeans, knüpfte sich die Vermutung, daß dort gewaltige Goldschätze vorhanden seien: die Ophirfahrten Salomo's sollten diese Inseln znm Ziel gehabt haben. Trotzdem sind die Salomonen nach ihrer ersten Auffindung den Blicken der Seefahrer außerordentlich lange wieder entzogen gewesen; denn nachdem sie 1567 Mendana entdeckt hatte, gelang es erst 1768 Bongainville, sie wieder zu finden. Eine genauere Aufnahme wurde 1838 von d'Urville gemacht, ist aber so lückenhaft geblieben, daß noch heute ein großer Teil der Küsten nur sehr unvollkommen, das Innere fast gar nicht bekannt ist. Die Salomonen liegen zwischen 5 und 11 " sM Breite und zwischen 1540 4(L und 1620 3(L öftl. Länge. Sie haben die Form einer von Nordwesten nach Südosten gerichteten Doppelreihe, die der Ostküste von Neuguinea fast genau parallel ist und ihre Fortsetzung in der Insel Neumecklenburg des Bismarck-Archipels findet, und werden in: Nordosten von einer Reihe Koralleninseln, von Sikayana bis Nissan zwischen 8 E 2 und 4 V 2 O südl. Breite und 163 bis 1540 östl. Länge begleitet. Die Salomonen umfassen sieben größere und zahlreiche kleinere Inseln und nehmen zusammen einen Flächen- ranm von 43,900 gkm ein, sind also etwas größer als die Schweiz. Die südwestliche Insel- reihe setzt sich von Südosten an aus folgenden Inseln zusammen: Sau Cristöbal oder Fanro, Gnadalcanar oder Gern, die Russell-Gruppe, Hammond, Nengeorgia, Kulan: Vangra, Bella La Velha, Ronongo, Mono oder Treasury und einige kleinere; in: Südweften vorgelagert sind Rennell und Bellona. Die nordöstliche Reihe besteht aus Ulaua, Malaita, Gower, Jsabel, Choi- senl, Bongainville und Buka. Von den bedeutenderen Inseln gehören Bongainville (mit Vuka 10,000 csicm), Choisenl (5850 <Mn), Jsabel (5840 gkin) und Malaita der nordöstlichen, Nengeorgia, Gnadalcanar und Banro der südwestlichen Gruppe an: seit 1886 sind die drei ersten deutscher, die vier letzte:: britischer Kolonialbesitz.
Wahrscheinlich bildet ein altes archäisches Gebirge das Grundgerüst der Salomonen, und dieses steht vermutlich mit den: Gneis und Schiefer der Neuen Hebriden und von Vanua-Lava im Zusammenhang; doch läßt sich hierüber nichts Sicheres sagen. Jedenfalls treten stellenweise, wie auf Gnadalcanar und der St. Georges-Insel, die auch auf den Neuen Hebriden vorkommenden Grünsteine, Diorit, Diabas, sonne Gabbro und Serpentin auf. Diese älteren Eruptivgesteine sind meistens vollständig von jnngvulkanischen Felsmassen bedeckt: der größte Teil namentlich der kleineren Salomonen besteht aus jungeruptiven Gesteinen. Unter den kleinen vulkanischen Inseln lassen sich nach Guppp (,11i6 Lolomon Islands) „zwei Arten unterscheiden: manche, wie Fanro und die Florida-Inseln, bestehen zum Teil aus jungen Gesteinen, Hornblende- und Angitandesit mit ihren Tuffen und Agglomeraten, znm Teil aus älteren, oft sehr kristallinischen Felsarten, Qnarzporphyrit, veränderten: Dacit, Serpentin, Quarzdiorit und Dolerit. Diejenigen aber, welche ganz oder großenteils aus jnngernptiven Gesteinen bestehen, besitzen Krater und oftmals Zeichen latenter Thätigkeit. Die Eddystone-Jnsel ist wahrscheinlich typisch für den größten Teil der Inseln dieser Art, wie Sawo-, Murray-Jnsel und andere: sie besteht aus Laven von Andesit, ist voll von Fnmarolen und hat einen Krater in: Solfatarenzustande."