Die Banks-, Torres- und Santa-Cruz-Inseln.
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Die fünf Torres-Jnseln (oder die Ababa-Gruppe) bestehen aus Koralleukalk, wahrscheinlich mit vulkanischem Kern, und sind hügelige, in Stufen ansteigende Berge, deren höchste Spitze 366 m über den: Meere liegt.
Ostuordöstlich von ihnen liegen zwischen 12° 18" und 11? 37" südl. Breite und 1680 55" und 1700 9" östl. Länge die drei isolierten Inseln Tucopia, Anuda und Fataka. Über Tucopia, welche vielleicht eine erhobene Koralleninsel ist, ragt ein 1000 m hoher, spitzer, bewaldeter, vulkanischer Berggipfel empor; Anuda besteht aus einem 107 m hohen, mit Pflanzungen bedeckten und von Flachland umgebenen Berge; Fataka endlich ist aus zwei 140 m hohen, isolierten, durch einen schmalen Landstreifen verbundenen Bergen zusammengesetzt: alle drei sind gut bewaldet und angebaut, aber noch sehr wenig bekannt.
4. Die Santa-Kruz- oder Königin-ßharkotte-Inseln.
Die 1595 von Mendana entdeckte Santa-Cruz-Gruppe, deren Vulkane zu jener Zeit thätig waren, wurden 1767 von Carteret Queen-Charlotte-Islands genannt, führen aber jetzt wieder den ursprünglichen Namen. Da sie vielfach, von d'Entrecasteaux 1793, Dillon 1827, d'Urville 1828 besucht und 1869 von Tilly, 1871/72 von Markham aufgenommen worden sind, besitzen wir ausgedehntere Kenntnisse über sie. Die Gruppe liegt zwischen 165" 40" und 1660 52" östl. Länge und zwischen 11? 45" und 1(? 4" südl. Breite. Ihre Größe — 938 gllm — kommt jener des Fürstentums Schwarzbnrg-Rudolstadt gleich; die drei größeren Inseln, Santa Cruz oder In- dengi mit 560 glrm, Wanikoro mit 164 girm und Tapna, nehmen mehr als drei Viertel des Gesamtareals ein. Sie erstrecken sich in nordwestlicher Richtung etwas östlich von dem durch die Neuen Hebriden und Salomonen gebildeten Jnselbogen.
Im allgemeinen sind die Santa-Cruz-Jnseln hoch, vulkanisch, dicht bewaldet, gut bewässert, landschaftlich schön. Sie sind daher den Neuen Hebriden nicht unähnlich und unterscheiden sich von diesen nur durch das häufigere Auftreten mächtiger Korallenbänke, wie der großen Barrier- riffe von Tnpua und Wanikoro. Die übrigen Inseln sind wegen ihrer Schroffheit von Nissen fast frei; im 'Norden befinden sich ein größeres und mehrere kleine Atolle.
Die südlichste von diesen Inseln, Wanikoro, ist die bekannteste; an ihrer Küste ging im Jahre 1788 die Expedition Laperouse's zu Grunde. Von der dicht bewaldeten Jusel ragen vulkanische Berge zu eiuer Höhe von 924 m auf. Die Jusel wird von einem großen, teilweise untermeerischen Barrierriff umgeben, das für die Schiffahrt sehr gefährlich und an der Ostseite fast ununterbrochen ist, aber an den anderen Seiten mehrere Eingänge hat uud einige Inseln trügt. Der das Riff von der Insel scheidende Laguneukanal ist 50—100 m tief. Mehrere Küsteneinschnitte lassen auf positive Strandverschiebuug schließen; ja, die kleine Jusel Comber- mere im Nordosten von Wanikoro scheint durch eine solche von der Hauptinsel abgetrennt worden zu seiiu Ein Barrierriff umgibt auch das müßig hohe, fruchtbare Tapua; die weiter nordwärts gelegenen Inseln aber sind rifffrei.
Die größte Insel der ganzen Gruppe ist In dengi oder In denn Sie besteht im Osten und Süden aus 300 — 400 m hohen, mit dichten: Urwald bekleideten Bergen; der Westen ist flach. Nördlich von Jndengi erhebt sich aus den: Meere die Jusel Tiuakora mit den: einzigen thätigen Vulkan der Santa-Cruz-Gruppe zu eiuer Höhe von 670 m. Der Vulkan voi: Tiuakora scheint einer der thätigsten der Südsee zu sein: schon 1595 fand ihn Meudana in Flammen, und seine Ausbrüche, in deren Gefolge Lavaströme aus den: Krater auf der Spitze hervorbrachen und über die Hänge hinabflössen, dauerten bis ii: die neueste Zeit fort. Die unbewohnte, haseulose Insel ist bis zu 200 m Höhe mit Bäumen bestanden, höher hinauf kahl.