Neukaledonien und die Loyalty- Inseln.
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Kanlbara, bestehen alls vulkanischen, durch das Meer tief ausgehöhlten Schlacken, Tuffen und Laven und übersteigen 100 in Höhe. Im äußersten Süden liegen die hügelige und dicht bewaldete Insel Vatua, die einzige von Cook gesehene Fidschi-Insel, und Ono.
Die Korallenriffe der Fidschi-Inseln sind teils Barrier-, teils Strandriffe. Ein großes Niff umzieht Vanua Levu im Nordwesten und Viti Levu im Norden und umgibt die Mama- untha- und Jasawa-Jnseln in Gestalt einer Barriere: wenige Kilometer außerhalb ihres Randes ist das Bteer schon 2000 m tief. Das Riff verbindet Viti Levu und Vanua Levu durch eine nur 100 m tiefe Untiefe und entsendet Ausläufer nach Ovalau, Wakaya und Koro. An der Ostküste vor: Viti Levu und an der Südküste von Vanua Levu wird es zu einem Strandriss, läßt jedoch zwischen sich und dem Lande einen schmaleil Kanal offen. Die zentralen Inseln haben teils Strandriffe mit 40—45 in tiefen Lagunen, wie Koro und Taviuni, teils Barrierriffe, wie Nairai, Ngan, Moala, Totoya und Matnkn. Die südliche Insel Kandavu wird an der Nordseite von einem Varrierriff begleitet, hinter dem ein 70 in tiefer Kanal liegt; doch ist im Südwesten die Riffbildung geringer als im Nordosten, wohin sich das Astrolabe-Riff ausdehnt. Im Gebiete der östlicheil Inseln endlich kann man alle Stadien der Koralleninselbildung vorn Strandriss bis zulli Atoll beobachten: die Erploring-Jnseln haben Barrierriffe mit Kanaltiefen bis zn 124 m, und die Atolle der Ringgoldinseln umschließen 30 — 90 in tiefe Lagunen; doch kommen mich flache Lagunen, besonders auf Fulanga, vor. Das Koro-Meer ist etwa 500 m tief, .die Passagen zwischen den östlichen Inseln sogar bis zu 1000 m. Im Osten sind positive Strandverschiebungen noch jetzt nachweisbar, im Nordwesten dagegen negative wahrscheinlich.
2. Aeukal'edonien und die Loyalty-Inseln.
Neukaledonien als Ganzes genommen, liegt zwischen dem südlichen Wendekreis und 180 sM Breite und zwischen 158 und 1700 östl. Länge. Es besteht aus drei von Südosten nach Nordwesten verlaufenden Inselgruppen: der großen Insel Neukaledonien in der Mitte, den Loyalty-Inseln im Osten und den Ehesterfield-Inseln im Westen. Das Gesamtnreal beträgt 19,824 glrm, wovon 16,712 gleni auf die Hauptinsel, 3111 cstvin auf die Loyalty- uud nur 0,8 cstrm auf die Ehesterfield-Gruppe entfallen. Die dein australischen Kontinent am nächsten liegenden Chestersield-Juseln sind unscheinbare Kornllenbildnngen, deren Wert für Frankreich - seit 1878 sind sie französisch — auf ihrem Gnanoreichtnm beruht; die größte von diesen Eilanden, Long-Jsland, hat nur 0,34, die übrigen zusammen 0,40 gkm Flächeninhalt. Trotz seiner Größe ist Neukaledonien anscheinend von keinem der frühereil Seefahrer gesehen, sondern erst 1774 von Eook entdeckt worden. Im Jahre 1853, nach Ermordung einer französischen Schiffsmannschaft, wurde Neukaledonien dem Kolonialbesitze Frankreichs einverleibt. An Flächeninhalt hält es die Mitte zwischen Baden und Württemberg; rechnet man die der hessischen Provinz Starken- burg an Größe gleichkommenden Loyalty-Inseln hinzu, so geht die Gesamtgröße des Archipels über jene Württembergs ein wenig hinaus. Die ziemlich gleichmäßige Breite der Hauptinsel beträgt im Durchschnitt 45 km, ihre Länge 392 km; doch dehnen sich gewaltige Riffe nach Südosten und noch mehr nach Nordwesten so weit in den Ozean hinaus, daß ihre Gesamtlänge fast verdoppelt wird.
Wie bereits aus Seite 45 kurz erwähnt worden ist, besteht Neukaledonien aus Schiefern, der Triaszeit angehörigen kohlenführenden Schichten und einem mächtigen, an Ehromeisen, Nickel und Zinnober reicheil Serpentinzug, der neuerdings der Kreideformation zugerechnet wird. Dieses im Südwesten von grünen Schiefern und Melaphyren begleitete Gebirge bildet die nach Nordwesten gerichtete Hauptachse der Insel, trifft aber in ihrem äußersten Nordwesten auf einen