Die Fidschi-Inseln.
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1. Die Jidschi-Znsetn.
Die Fidschi-Inseln liegen zwischen 15V2 und lOVs" südl. Breite und 177" östl. Länge und 1780 westl. Länge, sie sind unregelmäßig und nicht in Reihen angeordnet. Das Gesamt- areal dieser 250 Inseln beträgt 20,873 glrm, übertrifft also die Größe des Königreichs Württemberg ein welüg. Es lassen sich vier Gruppen unterscheiden: zunächst eine große nordwestliche mit den Hauptinseln Viti Levu (11,600 gkm) und Vanua Levu (6406; zusammen 18,006 gkm) und zahlreichen kleinereil Inseln, dann eine östliche, eine südliche und eine mittlere Gruppe. Außer Viti Levu und Vanua Levu sind nur Taviuni mit 553 und Kandavu mit 535 glrm größere, die sämtlichen übrigen dagegen kleine und kleinste Eilande; eines voll diesen ist die bekannteste Insel der ganzen Gruppe, Ovalall. Obwohl die Fidschi-Inseln scholl 1643 voll Tasman entdeckt und durch Cook's Reisen genauer bekannt geworden sind, so hat doch erst 1840 Wilkes eine gute Karte hergestellt. Voll den neueren Untersuchungen haben nur die Berichte voll Seemann über die Flora und von Kleinschmidt über die Inseln im allgemeinen größere Bedeutung: eine genaue wissenschaftliche Durchforschung der Inseln ist noch nicht unternommen worden.
Die Fidschi-Inseln sind, wie die meisten hohen Inseln Polynesiens und Melanesiens, großenteils vulkanischen Ursprungs und bestehen vorwiegend aus Basalt. Aber es kommen auf ihnen auch Spuren älterer Gesteine vor, und als die östlichstell Inseln Melanesiens und abgesehen voll den Marquesas überhaupt des Großen Ozeans, bei denen dies der Fall ist, sind sie besonders wichtig. Die älteren Eruptivgesteine, Granit, Syenit und Qnarzporphyr, sind noch auf keiner der polynesischen oder mikronesischen Inseln gefunden worden; aber das Vorkommen voil Graphit aus Viti Levu, Kupfer auf Rambe und Gold aus Viti Levu läßt aus ältere kristallinische Gesteine, vielleicht kristallinische Schiefer, schließen. Ferner weisen die Fidschi- Inseln tertiäre Schichten auf, zu denen vielleicht der Sandstein zu rechnen ist, den Wilkes auf Viti Levu fand. Jedenfalls bestehen sie nicht, wie ganz Polynesien und Mikronesien mit Ausnahme der Palau-Grnppe, nur aus jungvnlkanischen Gesteinen und Korallen-Banten, sondern auch aus älteren Bildungen und müssen daher, wenn man voll einem alten Festlande der Sudsee redet, als seine östlichsteil stehen gebliebenen Pfeiler allgesehen werden. Nur Taviuni scheint ausschließlich aus vulkanischen Felsarten aufgebaut zu sein. Diese jungvnlkanischen Tuffe, Schlacken und Krater, die hauptsächlich auf Taviuni vorkommen, sind meist basaltisch. Obwohl thätige Vulkane gänzlich fehleil, beweisen doch heiße Quellen, wie die von Savu Snvn auf Vanua Levu, und häufige Erdbeben die Fortdauer der vulkanischeil Thätigkeit. Das aus diesen vulkanischen Gesteinen aufgebaute regellose Gebirge gibt keine Aufschlüsse über den ursprünglichen Bau und das Verhältnis der Fidschi-Inseln zu den übrigeil melanesischen Inseln.
Bestimmt ausgeprägte Wasserscheiden sind selten. Die vulkanischen Berge sind meist hohe, schroffe und schwer ersteigbare Kuppen, Zinnen und Hörner: die Inseln gewähren einen großartigeil Ailblick und erinnern mit ihren hochragenden Felsgebilden und dein tiefeil Grün des dichten Waldes auffallend an die Landschaft der hohen polynesischen Samoa-, Tahiti- und Mar- qnesas-Jnseln. Diese Gebirge erreichen auf Viti Levu über 1500, auf Vanua Levu und Taviuni über 1200, auf den übrigen Inseln kaum 600 m Höhe. Steile Gipfel und freundliche Thäler wechseln reizvoll miteinander ab. Zwischen den zackigen Felsbergen strömen wilde Bäche in tief Angeschnittenen Thalschluchten, über denen die Dörfer der Eingeborenen wie Nester am Gehänge kleben; gegen die Küste aber öffnen sich weite Thalebenen mit Gärten und Frnchtfcldern, Taro- pflanzungen, Kokoshainen und Brotfruchtbäumen, während die an den Riffen ewig schäumende Brandung die ganze Insel mit einem weißeil Bande umgürtet. Die Fülle und Üppigkeit der
Länderkunde, Australien und Ozeanien. 7