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[Bd. 5] (1895) Australien und Ozeanien : eine allgemeine Landeskunde / von Wilhelm Sievers
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m. Oberflächengestalt.

eine Faruierfannlie in dem einspännigen ,Dogcart', dort Ladies und Gentlemen hoch zu Roß, ein Bild voll frischen und frohen Lebens. Wie künstlich in den Boden eingelegte Spiegel schimmern die von alten Tuffkratern kreisrund eingefaßten Teiche. Schiffe fahren aus und ein durch den Kanal, und Boote fahren um die Wette im Hafen. Auf der anderen Seite aber, wo hinter drei hohen Felszacken sich die Westküste öffnet, zieht die lange Rauchsäule des Postdampfers."

In Bezug auf den geologischen Bau sowie in Bezug auf den Mangel an thätigen Vul­kanen gleicht dem Auckland-Gebiete das Jnselbai-Gebiet (Jslandbay). Diese wird durch eine tertiäre und mesozoische Landschaft am Kuipara-Hafen vom Isthmus getrennt und dehnt sich im äußerster: Nordwesten der nördlichen Halbinsel zwischen der Jnselbai im Osten und dem Ho- kianga-Fluß im Westen aus. Es enthält außer erloschenen Vulkanen, wie den: fast 700 ru hohen Maungataniwa, auch noch Solfataren und heiße Quellen.

3. Die übrigen Ansein der Aeuseeinnd-Gruppe.

Die südlichsten der Neuseeland umgebenden Inseln, Macquarie (440 cstrm), liegen unter 540 40" südl. Breite und 1590 45" östl. Länge. Sie wurden 1811 von Walker entdeckt und ge­hören seit 1890 politisch zu Tasmanien, bestehen zum Teil aus Grün- und Mandelstein und sind schwer zugänglich. Sie besitzen steile Berge von 120150 m Höhe) deren grasige, aller Bäume und Sträucher bare Hänge, wie alle Inseln südlich von Neuseeland, von den: neuseelän­dischen Papagei (klat^esreus ^ovas-öealanäiae) bewohnt werden.

Campbell (184 czkm), unter 52° südl. Breite und 169° östl. Länge, ebenfalls von Walker 1810 entdeckt, besteht aus blauem Schiefer der älteren mesozoischen Zeit sowie aus säulenför­migem Basalt und ist eine kahle, öde, im Honeyhill zu 488 m ansteigende steile, sumpfreiche Insel. Der Fjord Perseverance Harbour schneidet sie fast in zwei Teile, und eine Reihe kleinerer Ei­lande begleitet die Hauptinsel. Trotz reichlicher Bewässerung beschränkt sich der Baumwuchs auf wenige verkrüppelte Bäume und die Fauna auf Ratten, wenige Landvögel, Pinguine, Albatros und Seelöwen. Bewohner fehlen auch hier.

Die Auckland-Gruppe (852 glcm), unter 50° 30" südl. Breite und 166° östl. Länge, besteht aus einer Hauptinsel von 550 m Höhe, der 600 m hohe:: Adams-Jnsel im Süden, der hohen Insel Disappointment im Westen und einigen niedrigen Eilanden. Auf der Hauptinsel setzen Granit, tertiärer Sandstein und sich kreuzende Gänge jungen basaltischen Eruptivgesteins ein im Giantstomb gipfelndes, steiles und wildes, felsiges Bergland zusammen, das reichlich mit Büschen, besonders mit Gras und Kräutern sowie Mooren bedeckt ist. Die Westküste ver­läuft geradlinig, die Ostküste wird von zahlreichen Einschnitten zerrissen und hat zehn aus­gezeichnete Häfen, deren größter Port Roß ist. Infolge der bedeutenden Regenmenge bleibt die Vegetation stets frisch und grün, doch steigt der Wald nur auf Adams bis 300 m, sonst nur bis zu 60 m hinauf; dann folgt in den oberen Teilen des Westabhanges der Adams-Jnsel dichtes Buschwerk und ein reicher Blumenflor. Die Auckland-Gruppe wurde 1850 52 zum Zwecke des Walfischfanges von Angehörigen der Southern Fishery Company bewohnt.

Die Antipoden-Jnsel (53 (firm; s. Abbild., S. 95), unter 49° 42" südl. Breite und 178° 42" östl. Länge, erhielt 1800 diesen Namen von Kapitän Waterhouse, weil sie nahezu die Antipodin Londons ist. Sie erhebt sich mit steilen, Hafenlosen Küsten zu 400 in Höhe und besteht aus Säulenbasalt und Tuffen, nach anderen aus Phonolith und Dolerit. Farne, be­sonders Iwumria enpensis, hohes Büschelgras, Kräuter, Gebüsch und Ooprosinn-Wälder herr­schen vor. Ungeheure Mengen von Pinguinen bewohnen die Küsten, die früher zahlreichen See­löwen und Robben sind jetzt verschwunden. Auch diese Insel ist unbewohnt.