Die Ccmterbury-Ebenen. — Die Nordinsel Neuseelands.
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der Vorberge. Nicht gleichmäßig aber erfolgt das Ansteigen, sondern hier und da in Stufen oder Terrassen, die (nach v. Hochstetter's ,Neuseelands „mehr oder weniger deutlich hervortreten und wie ebenso viele aufeinander folgende Klippenreihen erscheinen, welche einst von: Meere bespült waren". Die Canterbury-Ebenen bestehen aus alluvialen: Geröll, den: Schutt der Neuseeländischen Alpen, und wachsen allmählich nicht nur in die Höhe, sondern auch, durch die Anhäufung von Sanddünen an der Küste geschlitzt, in die Breite.
An die Südinsel ist auf diese Weise ein Stück Land, die Vanks-Halbinsel, der am weitesten nach Osten vorspringende Teil der Südinsel, angegliedert worden. Eine teils nur 6 m über dem Meer aus den Geröllen des Gebirges und der Halbinsel erbaute Ebene, auf der die Stadt Christchurch steht, ist das Band, das sie an den Hauptkörper der Insel knüpft. Die BanksHalbinsel war ursprünglich ein Vulkan im Meere. Nach einer Reihe von untermeerischen Ausbrüchen erhob sich der Vulkan und mit ihm eine kleine Scholle paläozoischen Gesteins über den Meeresspiegel, vergrößerte sich bis zu 30—40 km Durchmesser und erreichte 1000 m Höhe. Es entstanden im Umkreise von 12 km fünf Krater, deren Wände von: Meere durchbrochen wurden und jetzt fünf Buchten bilden. Die größte dieser Kraterbnchten ist gegenwärtig der wichtigste Hafen der Südinsel, Port Lyttelton. Infolge des Schutzes, den die vulkanische Insel gegen die Brandung gewährte, vermochten sich die Flußsedimente der Hauptinsel hinter ihr besonders gut abzulagern und bildeten mit den: von dem Vulkane abgeschwemmten Material die Ebene von Christchurch. Südlich liegt der große Strandsee Waihora (oder Ellesmere), nördlich Port Lyttelton. Einer der Kraterränder trennt Lyttelton und Christchurch und bietet einen guten Überblick über die benachbarte Landschaft. „Im Westen breitet sich (nach v. Lende nfeld) die Canterbury-Ebene aus, geziert durch glänzende Flußläufe, die von dem reichgegliederten Gebirge Herabkommen. In der Mitte die Stadt mit zahlreichen Türmen, umgeben von waldreichen Anlagen und durchzogen von den: vielfach gewundenen Flüßchen. Über das Land hinaus dehnt sich in: Norden und Süden der weite glatte Horizont des hohen Meeres. In der nächster: Umgebung fesseln die scharfen Formen des alter: Kraterrandes das Auge; irr: Süden liegt der Elles- mere-See, durch eine zarte Sandbarre von: Meere getrennt."
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2. Die Wordinjek.
Die Nordinsel Neuseelands, Te Jka a Maui, „der Fisch des Maui" der Eingeborenen, ist landschaftlich und ihrer geologischer: Struktur nach vor: der Südinsel sehr verschieden: hierein vergletschertes Kettengebirge, mit weiter: Ebenen, nur vereinzelt vulkanische Küpper:; dort eine Fülle von Vulkanen, zahllose Kegelberge, Geiser und heiße Seeen. Zahlreiche Erdbeben, z. B. die von 1848 und 1855, verwüsteter: namentlich die Umgebung der Cook-Straße sowie die Linie Tongariro — Tarawera in der Mitte der Nordinsel, und gewaltige vulkanische Ausbrüche, wie der des Tarawera am 10. Juni 1886, geben Kunde vor: der Fortdauer der Kräfte, die der Nordinsel ihr charakteristisches Gepräge verliehen haben.
Das paläozoische Kaikora-Gebirge setzt sich auf der Nordinsel fort und nimmt, in: Ostei: durch schmale tertiäre Eberren vor: einem mesozoischer: Parallel-Znge geschieden, einen etwa 100 Kur breiter: Streifen an der Ostseite der Insel ein. Alle Teile dieses Gebirges weisen eine nordnordöstliche Streichungsrichtnng auf, so die Manrrga- und Puketoi-Kette an der Südostküste und die Tararua- und Ruahine-Ketten weiter im Innerer:; auch die Flüsse folger: dieser Richtung, z. B. der zwischen der: beider: Längsketten fließende Nuarnahanga und der Manarvatta. Die Küste wird durch die tief ins Land eingreifende Hawke-Bai bei Napier unterbrochen.