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III. Oberflächengestalt.
Ostseite werden ausgedehnte Ablagerungen mesozoischer pflanzenführender Schichten, auf der Westseite eine lange Zone karbonischer Ablagerungen mit Kulmpflanzen und Seetieren des Kohlen- kalkes angetroffen; im Westei: geht das Gebirge in die cretaceischen Wüsteneien über. Bei Gympie befinden sich Goldlager, bei Boorock Silberminen, bei Bathnrst die 1851 entdeckten Goldfelder. Ihr Metallreichtum steht aber gegen der: des nördlichen und südlichen Gebirgszuges zurück.
Die Wasserscheide tritt südlich von: Fitzrop-System wieder sehr nahe an die Küste heran, da die Quellflüffe des Darling weit ins östliche Gebirge eingreifen. Darum können sich hier wieder nur unerhebliche Küstenflüsse entwickeln, die aber infolge des großen Reichtums an Niederschlagen viel mehr Wasser führen als die Quellflüsse des großen Murray-Darling-Systems. Außer den: bereits erwähnten Fitzroy, der auf einer Strecke von 70 km schiffbar ist, lassen sich auch der Burnett und der Mary, dieser bis 40 km, und der Brisbane bis Jpswich befahren. Das Thal des in die Shoal-Bai mündenden, 380 km langen Clarence ist häufigen Überschwemmungen ausgesetzt; doch ist der Fluß für Dampfer aus 80 km, fiir große Kähne bis auf die doppelte Entfernung schiffbar, und auch der Maclay, Richmond, Hastings und Manning können mit Ozeandampfern befahren werden. Ebenso reicht, obgleich die Mündung des 500 km langen, bedeutenden Hunter durch eine Barre beeinträchtigt wird und der Wasserstand schwankt, die Schiffahrt auf ihm doch von Newcastle bis gegen Morpeth. Der Wert aller dieser Flüsse für den Verkehr wird wesentlich beeinträchtigt durch die mit großen: Aufwand von Scharfsinn und Mühe, aber bisher erfolglos bekämpften Sandbarren vor den Mündungen.
Das Gebirge selbst zieht in Gestalt mehrerer nebeneinander liegender Faltungszüge in der Küste parallel südwärts und wird von Brisbane an in eine Reihe von besonders benannten Höhenzügen getrennt. Auf die Craig-Kette folgt die Gruppe des Mount Mitchell (1200 m) und des höchsten und südlichsten Gipfels von Queensland, des sich an der Südgrenze dieser Kolonie erhebenden Mount Lindsay (1741 m). Hier schließt sich die Neuengland-Kette an und dieser, in südwestlicher Richtung, die Liverpool-Kette; jene steigt im Ben Lomond zu 1524, diese in: Mount Muan zu 1250 m an. Vor beiden aber liegt, einem Sporn gleich, der 1829 m hohe, Port Macquarie überragende Mount Sea View, der höchste küstennahe Gipfel Australiens. „Das Bergland", sagt Jung (,Australien*), „steigt aus der Ebene ganz plötzlich auf und breitet sich dann zu Hochebenen aus, auf welche einzelne, nicht immer zusammenhängende Gebirgszüge aufgesetzt sind." So sind auch in nicht allzu großer Ferne die schönen Liverpool-Ebenen auf drei Seiten von Bergen umgeben: der Liverpool-Kette im Süden, der Peel-Kette im Osten, den Arbuthnot- Bergen im Südwesten und den Nundewar oder Hardwicke-Bergen mit einem zweiten (1200 m hohen) Mount Lindsay im Norden; nur an der Nordwestseite ist diese Vergumwallung unterbrochen, hier tritt der Peel-Ftuß aus der Mulde hervor. Fast alle hervortretenden Züge sind Granitkuppen. Diese Bildung setzt sich auch in dem dritten Abschnitt des australischen Faltungsgebirges fort, zu dem wir nun übergehen.
6. Der südliche Gebirgszug.
Der südlichste Teil der ostaustralischen Kordillere zieht in Form eines nach Nordwesten offenen Bogens vom Hunter nach dem Südwesten Victorias und weiter über die Baß-Straße nach Tasmanien hinüber. In: großen ganzen ist er aus steil gefalteten silurischen Schichten und südwärts streichenden Granit- und Gneisketten aufgebaut, die die höchsten Teile des Gebirges, die sogenannten Australischen Alpen, bilden. Ferner sind an der Zusammensetzung devonische Ablagerungen und alte Eruptivgesteine, unter anderen Porphyr, beteiligt; an der Wasserscheide zwischen den: Macquarie und dem Hunter verschwindet der ganze Zug unter flach