Die Erforschung der Randlandschaften Australiens. Mitchell. Eyre.
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falle. Mitchell stand also hier an derSchwelledesabfInßlosenInneren, dessen Erforschung überhaupt erst seit dem Anfang der vierziger Jahre in Angriff genommen wird.
d) Reisen von Süden aus.
Die Entdeckung des Mündungslandes des großen australischeil Stromsystems gab Anlaß zur Gründung der Kolonie Südaustralien und der Stadt Adelaide im Jahre 1836; und diese wiederum hatten erneute Unternehmungen zur Erforschung der Umgebungen des St. Vincent- und Spencer-Golfes zur Folge. Den ersten größeren Vorstoß ins Innere machte Edward John Eyre, dessen Name mit Recht in dem Eyre-See verewigt worden ist. In: Jahre 1839 verfolgte Eyre den Spencer-Golf bis zur Nordspitze, entdeckte die Flinders-Kette und den Torrens- See, dessen Ausdehnung nach Norden unabsehbar war, und wendete sich dann südöstlich zum Murray, den er bis zur Mündung verfolgte. In demselben Jahre nahn: er die Südküste des Spencer-Golfes auf und untersuchte die Gawler-Kette nördlich der Eyria-Halbinsel. 1840 zog er von Adelaide zu einer neuen Entdeckungsreise aus, um einen Landweg nach Perth in Westaustralien ausfindig zu machen. Zunächst erreichte er den Torrens-See; diesen fand er ausgetrocknet: die in: vorigen Jahre dort beobachteten großen Wassermassen waren verschwunden. Infolgedessen kehrte Eyre an das Südende des Sees zum Mount Brown zurück, schickte seine Begleiter über die Eyria-Halbinsel nach dem Meere und holte selbst voll Port Lincoln und Adelaide frische Vorräte. Unter dein Schutze eines an der Küste fahrendeil Begleitschiffes zog nun die Expedition von der Streaky-Bai westwärts immer der Küste entlang durch die öde mit Scrub (niederem Gebüsch) bestandene Wüste und fand dabei das Tallegalla-Huhn. Nach längerem Aufenthalte an der Fowler-Bai, von wo das Schiff nach Adelaide zurückgeschickt wurde, machte Eyre vergebliche Versuche, die Küste weiter zu verfolgen, und kam damit erst nach der Rückkehr des Schiffes im Januar 1841 und nach Beschränkung der Zahl seiner Begleiter auf vier zu stände, aber nicht ohne Verlust von dreien und nur unter zufälliger Beihilfe eines französischen Walfischfahrers. Erst nach mehr als viermonatiger Wanderung langte er am 30. Juni in Albany im König-Georg-Sund im westlichen Teile der Südküste an und begab sich auf dein Seewege von dort nach Adelaide zurück.
Auf Eyre's Reisen im südaustralischen Seengebiet, bei denen er 1840 auch die Südseite des Eyre-Sees, den er jedoch für eine Fortsetzung des Torrens-Sees hielt, aufgefunden hatte, folgten die Frome's 1843. Dieser zog dem Ostabhange der Flinders-Kette entlang und fand dort dieselben öden Ebenen wie Eyre im Osten sowie große salzige Schlammbecken, deren größtes Frome- See genannt worden ist. Auch Sturt, Brown, Stuart und Pools gingen von Süden aus; ihre Unternehmungen rechnen wir aber besser zur Erforschung des Inneren Australiens.
e) Reisen von Westen aus.
Etwas früher als in Südaustralien, nämlich 1829, wurden in Westaustralien, gleichzeitig an zwei Stellen, an der Mündung des Schwanflusses und an: König-Georg-Sund, Ansiedelungen angelegt, dort Perth, hier Albany. Von diesen Orten aus wurden Vorstöße ins Innere gemacht, zuerst in das Thal des obereil Schwanflusses, in die Darlingberge und nach den Bergketten nördlich von Albany, der nach den: Gründer der Kolonie Stirling benannten Kette. Besonders ausgezeichnet hat sich dabei Leutnant Dale, dessen Eifer die so rasche Untersuchung zu verdanken ist, und den: es schon 1830 gelang, über den Avon, den Oberlauf des Schwanflusses, hinaus fast 160 Ion weit ins Innere vorzudringen. In demselben Jahre (1830) ging Kapitän Ban nist er