I. Glltdecklingsgeschichte
Sehen wir von den Nordpolar- und Südpolarregionen ab, so ist unter allen Länderräumen der Erde die weite Inselwelt des Großen Ozeans zuletzt entschleiert worden. Außer der Nordküste Asiens war schon im Altertum und Mittelalter ein großer Teil der Küsten von Asien und Afrika bekannt. Ein anderer wurde im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts rasch erkundet oder neu erschlossen. Und während Amerika, mit Ausnahme der Nordwest- und Nordküste, schon um die Mitte des 16. Jahrhunderts in seinen Umrissen vollständig erforscht war, ist der australische Kontinent überhaupt erst in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts aufgefunden worden. Auch dann dauerte es noch bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, ehe man den Osten dieses Erdteils kennen lernte. Dasselbe gilt von Neuseeland. Früher bekannt wurden dagegen die den Molukken näher liegenden Inselgruppen Melanesiens und Mikronesiens, die bei dem Wetteifer der Spanier und Portugiesen, die Gewürzinseln zu erobern, auf zahlreichen Fahrten im Osten der Molukken bereits in: eigentlichen Jahrhundert der großen Entdeckungen aufgefunden wurden: die Ladronen 1521 durch Magalhäes, Neuguinea 1526 durch Jörge de Meneses, wahrscheinlich auch der Bismarck-Archipel um dieselbe Zeit durch die Portugiesen, die westlichen Karolinen 1525, 1527, 1528 und 1542, die östlichen und die Marshall-Jnseln 1529 durch die Spanier Saavedra, Villalobos, die Palau-Inseln durch Villalobos 1542, sodann die Salomonen 1567, die Marquesas 1595 durch Mendana und Tahiti, die Neuen Hebriden 1605—1606 durch de Quiros und Torres, durch Torres auch das Festland Australiens.
Alle diese Entdeckungen waren jedoch ohne Folgen für die Kolonisation dieserJnseln, denn die daran beteiligten Völker, die Portugiesen und Spanier, widmeten sich nach der Auffindung reicher Länder in Südasien und Amerika ausschließlich der Ausbeutung dieser; und auch die Holländer, die seit Anfang des 17. Jahrhunderts auf den Schauplatz getreten waren und den Westen Australiens, Tasmanien und Neuseeland, die Tonga- und Fidschi-Inseln aufgefunden hatten, schloffen um die Mitte des Jahrhunderts ihre Entdeckungsfahrten ab und beschränkter: sich auf die Kolonisation des südostasiatischen Archipels. Seit 1644 trat daher eine große Pause irr der: Entdeckungsfahrten ein, während der nur sehr wenige vereinzelte Unternehmungen stattfanden und überdies die Kenntnis der gefundenen Inselgruppen, vornehmlich wegen der ungenügenden Längen- bestimmungen,wieder verloren ging,so daß später vieles geradezu vor: neuem entdeckt werden mußte.
Dies geschah zum Teil durch Bougainville 1767, vor allem aber durch Cook, dessen Reisen eine neue Periode der Entdeckungen bilden, die bis 1779 dauerte und zur Enthüllung der