Die Erforschung der Randlandschaften Australiens 1788 — 1843. 21
Westküste vor: Australien, den Bismarck-Archipel, Bongainville, Ostanstralien, die Fidschi- und Samoa-Jnseln. Die Hawaii-Gruppe endlich wurde 1876 von dein amerikanischen Schiff „Tus- carora" angelaufen.
L. Die Erforschung der Nandlandschaften Australiens 1788—1843.
Mit dem Jahre 1788, wo die erste europäische Ansiedelung auf dem australischen Festlande gegründet wurde, beginnt auch die geographische Erforschung des Kontinents zu Lande. Naturgemäß richtete sich diese zuerst auf die Randlandschaften, namentlich im Südosten. In den ersten Jahrzehnten waren die Erfolge freilich recht geringe, da die große Gebirgskette der Blauen Berge zunächst dem Vordringen ein Ziel setzte, die Kolonie anfangs mit Ernährnngssorgen zu kämpfen hatte und sich nur langsam entwickelte, und während der großeil europäischen Kriege im Zeitalter Napoleon's dein Mutterlands die Mittel fehlten, die junge Ansiedelung zu fördern.
u) Reisen von Osten aus.
Scholl Kapitän Phillip's Offiziere untersuchten den unteren Hawkesburp-Fluß, machten aber vor den Blauen Bergen Halt. Diese Schranke wurde erst 1813, also 25 Jahre uach der Gründung von Sydney, durch Wentworth und Lawson überwunden und damit ein bedeutender Schritt vorwärts gethan. Jenseits des Gebirges fanden die Entdecker die fruchtbaren Weidegründe in der Gegend von Bathurst; und ein anderer „Explorer", Evans, die beiden nach dem Inneren zu strömenden Flüsse Lachlan und Macquarie. Beide sind mit Recht nach dem Gouverneur Lachlan Macquarie benannt worden, da dieser seit 1810 im Amte befindliche Mann es war, der die Kolonie aus den ersten Schwierigkeiten zu gesunderem Leben emporgeführt hat. 1817 verfolgten Oxley lind Evans diese Flüsse weiter, den Lachlan bis zu einem großeil Sumpf und den Macquarie bis All der Stelle, wo auch er sich zu einem gewaltigeil Morast verbreitert. Hierbei machte man bereits die Entdeckung der für die australischen Ströme bezeichnenden Unterschiede ihres Wasserstandes in der Trocken- und Regenzeit. In östlicher Richtung zurückgehend, fanden die Reisenden den Castlereagh-Fluß, die Arbuthnot-Berge, den Berg Exmouth, die weiten Liverpoolebenen und den Peel-Fluß auf. Hüter Schwierigkeiten überschütten sie das Gebirge, entdeckten den in den Macquarie-Hafen mündenden Hastings-Fluß und die fast 2000 m hohe Sea-View-Kuppe und trafen im November 1818 in Newcastle am Hunter ein (s. die beigeheftete „Karte der Entdeckungsreisen in Australien").
Die auf dieser Reise gesammelten Erfahrungen über die Öde und Unwirtlichkeit des westlich vonl Gebirge gelegenen Inneren und die Schwierigkeit der Übersteignng des Gebirges selbst hielten die Kolonisten zunächst von weiteren Reisen ins Innere ab, so daß die Küstenforschung wieder in den Vordergrund trat. 1817 — 24 führte, wie wir gesehen haben, Parker King die ausgezeichneten Küstenaufnahmen im Nordosten, Norden und Westen des Kontinents aus. 1823 wendete man sich der Erforschung des Festlandes wieder zu. In diesem Jahre begab sich Allen Cun- ninghanl nach den Liverpoolebenen und drang voll hier aus nordwärts nach den Darling- niederungen westlich von Brisbane vor; 1827 erforschte er das Küstengebiet um den Brisbanefluß und an der Moreton-Bai. Gleichzeitig untersuchten Hume, Howell und Hilton das Innere im Südwesten voll Sydney, entdeckten den einen großen Zufluß des Murraysystems, den Murrn mbidg ee, und zogen darauf dem Warragonggebirge entlang nach Süden bis Port Phillip.
Nachdem nun fünf nach dem Inneren strömende Flüsse entdeckt waren, beauftragte die Kolonialregierung den Kapitän Sturt, ihren Zusammenhang und weiteren Verlauf festzustellen,