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Deutsch-Äquatorial-Afrika.
land und Jamaika und die Mission konnte nun ihr Arbeitsfeld erweitern. Ein großes Hindernis war das Klimafieber, welches Saker öfters heimsuchte, trotzdem arbeitete er 33 Jahre lang am Kamerun mit Unterbrechung von einigen kurzen Erholungsreisen nach Europa. Seine wackere Gattin scheint etwas von seinem Heldenmute und seiner zähen Natur besessen zu haben: sie hielt standhaft bei ihm aus, ja als er 1860 eine der erwähnten Erholungsreisen machen mußte und kein Vertreter für ihn auf der Station sich befand, blieb sie allein am Kamerun zurück, eine einzelne weiße Frau unter dem barbarischen Volke.
V.
Die Negervölker am Kamerun.
Nach eigener Anschauung von Reichenow*) und Bnchholz.**)
In südlicher und südwestlicher Richtung, das fast ausschließlich mit Urwald bedeckte Land durchbrechend, münden in der Bucht von Biafra, an den östlichen Abhängen des Kamerungebirges, zwei Flüsse, der Kamerun- und der Djamur- oder Bimbiafluß, welche an der Küste ein ungeheures, etwa 40 Quadratmeilen großes gemeinsames Delta bilden.
Die Kamerungegend ist von Stämmen bevölkert, welche die Duallasprache reden, ein Zweig der Cafirsprache, die sich weit über Südafrika verbreitet. Es sind diese Stämme jedoch nicht die ursprünglichen Bewohner jener Gegenden. Vielmehr sind dieselben von Nordwesten, von den Kamerunbergen her eingewandert, also Abkömmlinge der Bakwiri, die noch jetzt die Berge bewohnen; sie haben die ursprünglichen Bewohner, die Quaqua, zurückgedrängt. Wie es scheint, haben mehrere solcher Einwanderungen zu verschiedenen Zeiten stattgefunden. So sind die jetzigen Wuri zu einer früheren
*) Vortrag in der Berliner Gesellschaft für Anthropologie rc. voin 15. November 1873. Reichenow stellte die wissenschaftliche Untersuchung des Kamerun- gebietes mit H. Lühder an, welcher durch zu langen Aufenthalt in den Sumpfniederungen den Tod fand. Höchst lesenswert ist die Schrift: Die deutsche Kolonie Kamerun. Nach eigener Anschauung geschildert von I)r. A. Reichenow. Mit 1 Karte. Berlin, 1886. M. 1,50.
**) Reinhold Buchholz' Reise in Westafrika. Herausgegeben von Heiners- dorff. Leipzig, Brockhaus, 1880. Ein vortreffliches, nicht genug zu empfehlendes Werk.