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Deutsch-Afrika und seine Nachbarn im schwarzen Erdteil : eine Rundreise in abgerundeten Naturschilderungen, Sittenscenen und ethnographischen Charakterbildern ; Nach den neuesten und besten Quellen, für Freunde der geographischen Wissenschaften und den Kolonialbestrebungen, sowie für den höheren Unterricht / Von Johannes Baumgarten. Mit einer Karte von Deutsch-Afrika
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Bilder aus der Kolonie am Kamerun.

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Europäern leben, sich selbst in höchster Gefahr treu und anhänglich erweisen. An dem Zaune einer deutschen Faktorei, die über und " über mit Pulver gefüllt war, wurde Feuer angelegt, welches der aufwachende Hauptmann der Kruleute erst bemerkte, als es zu spät war, um an die Möglichkeit des Löschens denken zu können. Er eilte in das Zimmer seines schlafenden Herrn, der sich, aufspringend und beinahe nackt, durch die Flammen hindurch in den nahegelegenen Wald rettete. Der Neger eilte zurück, um auch noch die Kasse zu retten. Aber es war zu spät, das Gebäude flog in die Luft und mit ihm der treue Schwarze.

Der Haushalt einer jeden Faktorei ist die vollendetste Jung­gesellenwirtschaft, die man sich nur denken kann. Als Köche erfreuen sich die Leute von Akkra, namentlich die in den Schulen der Baseler Mission unterrichteten, des besten Rufes. Da aber diese nur schwer zu haben sind, begnügt man sich mit einheimischen Köchen, die not­dürftig Brot backen, Suppe kochen und Hühner braten können. Eigenes Nachdenken darf von diesen Schwarzen nicht erwartet werden. Zur Bedienung hat jeder Weiße einenBoy" (Knaben) von 1015 Jahren.

Hugo Zöller.

Silber im der Holme am Kamerun.

I

Umfang und Wichtigkeit Kameruns. Ed. Robert Flegel. Seine Vorberei­tungen zu Forschungsreisen. Die Frage der Gesundheitsstationen (Sanatorien).

Schilderung der großartigen Natur Kameruns. Kamerun und das Benue- gebiet, nach Flegel und Brix Förster.

Die von Dr. Nachtigal am 21. Juli 1884 unter den Schutz des Deutschen Kaisers gestellte Kolonie am Kamerun ist gegenwärtig, nach dem Übereinkommen zwischen England und Deutschland (7. Mai bis 2. August 1886) von dem Niger-Benuegebiet der britischen Machtsphäre durch eine Demarkationslinie getrennt, welche vom linken Ufer des mittleren Alt-Kalabar- oder Croßflusses in diagonaler Rich­tung bis Aola am oberen Benue geht; sie umfaßt mehr als 300 000-2^^ Quadrat-Kilometer, ist also größer als das MrKscheVMöch. ^