Bilder aus der Kolonie am Kamerun.
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rutschten als stiegen, und von jetzt ab dienten uns die bekannten Bergformen als Richtschnur. Mit großer Freude sahen wir von der Stelle aus, wo wir uns von dem Führer getrennt hatten, Rauch aufsteigen. Unsere Schwarzen, obwohl vor Kälte zitternd, begrüßten uns, als wir 1V4 Stunde nach dem Aufbruch vom Gipfel bei ihnen eintrafen, mit aufrichtiger Freude.
III.
Kamerun und die Küste bis Kap St. John.
Bodenbeschaffeuheit. — Handelshäuser. — Bewohner. — Die Küste südlich von
Kamerun.
Die Ufer des Kamerunflusses bestehen bis kurz unterhalb King Bells Town aus Mangrovensumpf. Hier steigt das Terrain schnell an, so daß sich hinter einem schmalen Sandufer eine Terrasse findet, auf welcher sich die Ortschaften der Eingeborenen in fast ununterbrochener Reihenfolge hinziehen. Der Boden besteht aus gelbem, weiter oberhalb rötlichem Lehm. Das Land ist mit üppiger Vegetation bedeckt, zwischen welcher die gelben Wege und Plätze vor den Häusern aus der Entfernung einen sehr freundlichen Eindruck machen. Man ist daher bei der Annäherung von See aus geneigt, hier ein wohl kultiviertes Land mit parkühnlichen Anlagen zu vermuten, während in Wirklichkeit es an gangbaren Wegen, namentlich in der Regenzeit, gänzlich mangelt.
Von europäischen Handelshäusern finden sich zwei deutsche und sieben englische, meist kleine Firmen, vertreten. Die Deutschen haben angeblich mehr als die Hälfte des Landes in der Hand. Die Europäer leben zum größeren Teil auf den im Fluß verankerten Hulks, so daß nur drei deutsche und zwei englische Faktoreien und zwei Missionsstationen am Lande den Ort bilden, welchen man Kamerun nennen könnte, der in Wirklichkeit aber noch durch die Eifersucht der beiden Oberhäupter King Bell und King Aqua so scharf in zwei Teile geteilt ist, daß das Haus Woermann für jeden derselben eine Faktorei und die Baptist-Mission je eine Station haben errichten müssen.
Die Bewohner des Landes, dem Stamme der Dualla angehörig, leben ausschließlich von dem lebhaften Tauschverkehr, welchen sie zwischen den Europäern und den Bewohnern des Innern vermitteln.