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Bd. 2 (1905)
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Die akuten Exantheme.

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Gebiete gebunden ist und von hier zwar verschleppt werden kann, sich anderwärts aber niemals ausbreitet. Wie auf die Malaria üben gewisse tellurische Verhältnisse, z. B. das Fallen ausgetretener Flüsse in den Quebradas und ausgedehnte Erd­arbeiten daselbst, einen deutlichen Einfluß auf die Krankheitshäufigkeit aus. Die Krankheit selbst charakterisiert sich durch hochgradige primäre Anämie; un­regelmäßige, in den nicht akuten Fällen während vieler Monate und Jahre schub­weise sich wiederholende, von wochen- bis monatelangen freien Intervallen unter­brochene Fieberperioden; allgemeine Schwellung der Lymphdrüsen, die aber niemals vereitern; oft sehr hochgradige Vergrößerung von Leber und Milz; Ergüsse in die Gelenke und Hautödem; endlich, durch das Auftreten von granulomatösen Geschwülsten in der Haut und den inneren Organen, die in manchen Formen lebhaft an dieOrientbeule (s. diese, Bd. I S. 52 u. f.) erinnern.

Auf der Grundlage unserer neuesten Kenntnisse von Trvpanose, Kala-azar und LEisiiMAN-Parasiten, erscheint die Vermutung naheliegend, daß auch der Verruga- erreger ein durch Insekten als Zwischenträger verbreiteter tierischer Parasit sein möchte, welcher den Trypanosomen vielleicht nahesteht. Jedenfalls wäre diese Wahrscheinlichkeit von den künftigen Forschern zunächst ins Auge zu fassen; denn daß die verschiedenen, bis jetzt in den Geschwülsten gefundenen und aus den Ge­schwülsten gezüchteten Mikroorganismen stets als zufällige Sekundärinfektionen zu deuten sind, dürfte für den Unbefangenen nicht zweifelhaft sein.

Die Diagnose

kann kaum Schwierigkeiten machen, sobald die eigentümlichen Knoten und Knötchen bei jemand auftreten, welcher im Westen der äquatorialen Anden mit den bekannten Seuchenherden in Beziehung trat. Odriozola (Ernesto) weist darauf hin, daß unter solchen Umständen jede scheinbar unmotivierte Blutung aus dem Darm, den Lungen, der Vagina, an Verruga müsse denken lassen, selbst wenn die Hautknoten zurzeit fehlen. Verdächtig ist stets auch eine schwere primäre Anämie, wenn sie mit zeitweiligem Fieber einhergeht und als perniziöse BiERMERsche Anämie, Anchylostoma- oder Botryoceplialusanämie nicht angesprochen werden kann. Kombination des Leidens mit Malaria wird als be­sonders häufig bezeichnet; etwa im Blut vorhandene Malariaparasiten schließen also eine daneben bestehende Verrugaerkrankung nicht aus, fordern aber dazu auf, durch Beseitigung der komplizierenden akuten Malaria mittels je einer an zwei aufeinander folgenden Tagen zu verabreichenden Chiningabe von 1 b '2 g die Situation zu klären. Auf die Verruga ist das Chinin olme Einfluß.

Unbestimmte, gegen Abend zunehmende Schmerzen, besonders im Rücken und in den kleinen Gelenken, welche mit unregelmäßigem Fieber, steigender Abge- schlagenheit und wachsender Anämie einhergehen, werden stets an Verruga denken lassen, wenn die Leidenden während der letzten sechs Wochen mit den bekannten Heimstätten des Übels in Berührung kamen. Später gibt die Schwellung von Leber, Milz und Lymphdrüsen weitere Anhaltspunkte, bis das Erscheinen der Papeln oder Knoten endgültige Sicherheit schafft. Wo diese Eruptionen andauernd felüen, wie häufig beim Oroyafieber, bleibt die Diagnose oft unsicher. Zu warnen ist vor Verwechslung der Leberschwellung mit Abszeß, wie sie vorgekommen ist und zur Operation mit tödlichem Ausgang geführt hat.

Die Prognose ist immereine ernste; das akute Oroyafieber endet in 3 /-i der Fälle tödlich. Daß es bei chronischem Verlauf und schubweisem Erscheinen der Hauteruptionen als besonders ungünstig gilt, wenn diese sich auf einen bestimmten Körperteil beschränken, weil dann ihr demnächstiges Auftreten in den inneren