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l)r. Paul Krause und Dr. Th. Rumpe.
größere Manöver abzuhalten. Neben diesen Aufgaben hat aber die öffentliche Verwaltung in Cholerazeiten noch reiche Gelegenheit, ihre Tatkraft und ihr Können zu zeigen. Die Sorge für ärztliche und leibliche Pflege durch Hausbesuche von Kommissionen oder einzelnen Mitgliedern dieser, durch Errichtung und Ausdehnung von Volksküchen etc. vermag vieles im Gefolge der Seuche sich einstellendes Elend zu mildern, wie es andererseits durch Aufdeckung von Schäden der Verbreitung der Seuche entgegenzutreteu vermag.
Auch eine vollständige Aufklärung des Publikums über das Wesen der ;
Cholera und über die Verbreitung derselben durch den Stuhlgang und durch Un- reinlichkeit ist erwünscht. Gleichzeitig empfiehlt es sich, zu individuellen Vorsichtsmaßregeln zu mahnen.
e) Die individuellen V o r s i c h t s m a ß r e g e 1 n. |
Die individuellen Vorsichtsmaßregeln bestehen einmal in der Vorsorge, daß l keine mit Kommabazillen verunreinigte Speisen und Getränke in den Verdauungskanal gelangen, und zweitens in regelmüfsigem Leben ohne II
Exzesse im Essen und Trinken, damit dem Körper die Fähigkeit verbleibt, etwa eingedrungene Choleravibrionen ohne Entstehung einer schweren Krankheit zu j
eliminieren. 3
Bezüglich des ersteren Punktes ist es notwendig, vor jeder Mahlzeit die Hände zu waschen, Speisen und Getränke nur in gekochtem oder völlig einwand- 1 freiem Zustande zu nehmen, sowie das für die Speisen benutzte Geschirr durch Waschen mit einwandfreiem oder gekochtem Wasser vor der Infektion zu be- ; wahren. An besonders gefährdeten Stellen kann auch durch Erhitzen von Porzellan oder Glas eine Desinfektion stattfinden. Auch das Brot und etwaige kalte Speisen, J welche nicht unbedenklich sind, können durch Abbrennen von anhaftenden lebensfähigen Kommabazillen befreit werden. Das gleiche wird bei Brot durch ein- i
ständiges Erwärmen in einem Bratofen bei 70—80° erreicht. Unter der möglichsten i
Beschränkung des Essens auf gekochte Speisen (wobei Wein, gutes Bier und j
Mineralwasser erlaubt sind) empfiehlt es sich indessen, die sonstige Lebensweise, I
soweit angängig, beizubehalten. fl
Ein wesentlicher Wechsel in der Ernährung ist aus dem einen Grunde nicht | gut, weil dadurch leicht eine Störung der Funktion des Verdauungskanals hervorgerufen wird, welche der Ansiedelung und Entwicklung der Kommabazillen Vorschub leistet. Daß Exzesse in dieser Richtung besonders schädlich werden können, muß immer von neuem betont werden. Als Ursache einer besonderen Disposition j
für schwere Choleraerkrankungen muß vor allem der akute und chronische Alko- j
holismus bezeichnet werden. Auch anderweitig geschwächte Personen bedürfen !
einer ganz besonders sorgfältigen Prophylaxe. Außerdem ist die Mahnung nicht jl
unzweckmäßig, fremde und insbesondere verdächtige Aborte zu vermeiden und auf ijj
den Besuch von Häusern zu verzichten, in welchen sich Cholerakranke oder Choleraverdächtige befinden, wiewohl ein sicherer Beweis der Choleraübertragung auf diesem Wege kaum erbracht ist. Die Schulen schließen zu lassen, dürfte in hygienisch gut geordneten Städten keinen Zweck haben. Wohl aber empfiehlt es sich, an allen Stellen, an welchen täglich, wie in Schulen und Fabriken, ein größerer Zusammenfluß statthat, eine Gesundheitskontrolle einzuführen. Erkrankte werden alsbald dem Arzt überwiesen. Jif
Nach den Erfahrungen der letzten Jahre dürfen wir hoffen, durch diese prophylaktischen Maßnahmen bei gleichzeitig fortschreitender Assanierung der Städte in der Folge größere Choleraepidemien zu verhüten.
Von IIaffkine ist in den letzten Jahren eine Methode zur Anwendung ge-