Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1905)
Entstehung
Seite
324
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I)r. Paul Krausf. und I)r. Th. Rumff.

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Prophylaxe.

Die Prophylaxe der indischen Cholera, a) Gresc*hich11 iohes.

Die gewaltigen Verheerungen, welche die Cholera in sechs grollen Seuchenzügen, in Asien, Europa. Afrika und Amerika angerichtet hat, waren die Veranlassung, dati schon verhältnismäßig früh die allgemeinen und individuellen Schutzmaßregeln gegenüber der Cholera eine weit größere Holle spielten als bei den meisten anderen Infektions­krankheiten. Die verschiedenen Anschauungen über die Wege der Infektion führten aber bald zu ganz verschiedenen hygienischen Forderungen. Der Umstand, daß einzelne kleine und vom Verkehr wenig berührte Orte bei Anwendung rigoroser Absperr­maßregeln frei von Cholera gebliehen waren, führte dazu, ganze Länder durch militärische Kordons abzusperren und die strengsten Quarantänen einzuführen. Indessen vermochten es diese Maßnahmen häufig nicht, das Eindringen der Seuche in das bedrohte Gebiet zu verhindern. So kam es, daß diese rigorosen Absperr maßrege ln von den meisten Vertretern der Wissenschaft und von den Behörden als nutzlos verworfen wurden. Von dem um die Epidemiologie der Cholera hochverdienten von Pkttknkofer wurde auf Grund eingehender Studien ausgeführt, daß die Cholera keine kontagiöse Er­krankung sei, daß ihre Einschleppung in einen Ort unmöglich verhindert werden könne und daß zum Auftreten einer Epidemie noch weitere Momente erforderlich seien. Diese Hilfsursachen der Cholera, welche vor allem in mangelhafter allgemeiner und privater Hygiene bestehen, seien zu bekämpfen, und nur eine allgemeine Assa­nierung sei in der Lage, der Verbreitung der Seuche wirksam entgegenzutreten.

Entgegen dieser Anschauung wird von R. Koch, Gaffky, Flügge u. A. die Mög­lichkeit der direkten Choleraübertragung von Person zu Person angenommen, und werden neben den allgemeinen hygienischen Maßnahmen auch spezielle, die Ver­schleppung der Krankheit hindernde Anordnungen gefordert. Diese Anschau­ungen von Koch und seinen Schülern haben zu sorgfältigen prophylaktischen Maßregeln von seiten der Staatsregierung geführt. Trotzdem die Seuche in den Jahren 1893, 1894 und 1895 in Rußland teilweise mit der alten Heftigkeit wütete und auch verschiedene Einschleppungen vor allem durch den Schiffsverkehr stattfanden, blieb Deutschland von eigentlichen Epidemien verschont. Diese erfreulichen Erfolge dürften genügender Grund sein, auf dem betretenen Wege fortzufahren, ln gleicherweise haben die Vereinigten Staaten prophylaktische Maßnahmen bezüglich des Schiffsverkehrs mit Europa getroffen und sind seuchenfrei geblieben.

b) Die staatliche Prophylaxe.

Die wirksamste staatliche Prophylaxe würde in einer Verhinderung der Choleraeinschleppung bestehen. Diese Prophylaxe kann indessen nur bei abgelegenen Orten oder bei Ländern, welche durch wenige weit entfernte Häfen mit infizierten Ländern verkehren, Erfolg haben. Doch haben auch unter solchen Verhältnissen Absperr- und Quarantänemaßregeln es verschiedentlich nicht vermocht, das Eindringen der Seuche zu verhindern. Auf dem Festlande ist eine Einschleppung von Cholerafällen kaum zu vermeiden, wie das schon aus der Tatsache folgen muß, daß einmal anscheinend völlig gesunde Menschen Träger der Cholera sein können und zweitens, daß das Fluß wasser die hi nein ge langten Keime ohne Rücksicht auf Grenzsperren in bisher seuchenfreie Gebiete zu tragen vermag. Aus diesem Grunde muß die strenge Absperrung gegen ver­seuchte Bezirke als nutzlos bezeichnet werden.

Immerhin ist die Sanitätspolizei durch Überwachung des Verkehrs nicht machtlos. Wenn die aus verseuchten Gegenden mit Cholera oder Choleraverdacht

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