Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1905)
Entstehung
Seite
314
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Minute, selten mehr, die Respiration meist leicht beschleunigt, 3040 in der Minute, r y/irn.

ohne daß organische Erkrankungen der Lunge vorhanden sind. Die Urinsekretion uoDo r

meist aufgehoben oder sehr spärlich. Das Abdomen ist eingesunken und abgetlacht, gibt leicht gedämpften Perkussionsschall. Eine kleine Auzalü erholt sich selbst aus .um j,

dem schweren Krankheitsbilde, ein großer Teil stirbt in äußerster Erschöpfung.

Die Patienten liegen mit eingesunkenen Wangen und Schläfen da, Gesicht und Hände mit naßkaltem Schweiße bedeckt, die Haut runzlich, in Falten abhebbar, von blaugrauer Farbe. Lippen, Finger, Zehen blauviolett. Die Stimme ist völlig- klanglos, die Respiration ist oberflächlich, der Puls nicht mehr fühlbar, die Herztöne kaum zu hören. Die Muskelkrämpfe erreichen ihre größte Stärke, das Sensorium ist meist leicht benommen, kann aber auch völlig frei sein. Erbrechen und Durch­fälle können sistieren. Allmählich wird die Atmung lang gezogen, röchelnd, seufzend, tief gezogen, die Augen werden starr; unter Schwinden des Bewußtseins tritt der Tod ein.

Das ganze schreckliche Drama kann sich vom Beginn innerhalb von Stunden, oft auch im Laufe des ersten und zweiten Tages abspielen.

5. Stad ium comatosum Cho 1 erae (Cho leraty ph oid).

Dieses Stadium schließt sich in einzelnen Fällen dem Stadium algidum an. Die Patienten scheinen auf dem Wege der Besserung zu sein, plötzlich werden sie von großer Schwäche und Apathie befallen. Kälte und Cyanose der Extremitäten treten von neuem auf. Die wieder fast zur Norm zurückgekehrte Temperatur sinkt wieder. Der Kopf fühlt sich heiß an, Gesicht und Konjunktiva sind injiziert; es treten Delirien oder Somnolenz auf, die Krämpfe in der Muskulatur dauern fort. Diarrhöen und Erbrechen können ungeändert fortbestehen. Die Harnsekretion ist sistiert. Unter Sopor und Coma, welches sich aus der Somnolenz allmählich ent­wickelt, geht der Kranke zugrunde.

Aus diesem schweren Zustande kann sich der Kranke erholen. Unter Aus­bruch eines Exanthems und Auftreten von Fieber kann die Rekonvaleszenz plötz­lich einsetzen.

Auch im Anschluß au Cholerine oder Choleradiarrhöe kann sich das Stadium comatosum entwickeln.

Besprechung der einzelnen Symptome.

Temperatur: Im Stadium algidum sinkt die Temperatur in der Achselhöhle ohiüiiL um 12°, später auch im Mastdarm um 2 und mehr Grad. Temperaturen unterlohw .

35° werden nur ausnahmsweise beobachtet.

Zirkulationsorgane: Der Radialpuls ist klein, fadenförmig, an Zahl IjIüX n

7080, in einzelnen Fällen leicht beschleunigt, 90120 Schläge in der Minute öti/nilf

zählend. Bei Yenaesektionen fällt auf, daß sich fast kein Blut entleert, auch bei ioJ Ajj

Eröffnungen der Arterien fließt meist nur wenig Blut. Die Herztöne sind leise, häufig kaum zu hören. Der Blutdruck ist erniedrigt. Es kommt zu hoch- -ifood .

gradiger Cyanose und Abkühlung der peripheren Körperteile. Das Blut erfährt i-rjfühy folgende Veränderungen:

Die Zalil der roten Blutkörperchen nimmt pro cinnr um 11 1 /e Millionen nonoiih

zu, die Zahl der Leukozyten ist stark vermehrt, es werden Zahlen von 40000 bis tid Oihi

öUOOO pro cmm gefunden. Biernatzki hält hohe Leukozytenwerte für prognostisch lhütem sehr ungünstig.

Die Alkaleszenz des Blutes sinkt stark infolge von Verlust an Natrium, nach llvxui ,w ( antaxi soll dasselbe sogar iutra vitarn sauer werden, eine Angabe, welche aller- -loih yj dings der Bestätigung bedarf.

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