Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1905)
Entstehung
Seite
312
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Dr. Paui, Krause und Dr. Th. Rumpe.

Bl 2

Diagnose ist der Nachweis der Choleravibrionen erforderlich. Das Bild der Cholera- -jriof. infektion ist ein äußerst wechselndes.

1. Cholerainfektion ohne wesentliche Kran kheitssy mptomo.

Stellen wir uns auf den streng ätiologischen Standpunkt, so sind zweifellos auch diejenigen Fälle von Infektion zur Cholera zu rechnen, bei welchen nur Cholerabazillen im Stuhle, ohne weitere Krankheitssymptome nachgewiesen sind; auch beim Typhus und der Diphtherie liegen ähnliche Verhältnisse vor.

Während der letzten Hamburger Choleraepidemie wurden eine Anzahl derartiger Fälle von Rumpf, Rumpel, Duxhar beobachtet. Nach Käufer wurden im Jahre 1894 in Deutschland neben 1004 Erkrankungen mit 490 Todesfällen 02 Fälle mit Kommabazillenbefund ohne klinische Krankheitserseheinungen konstatiert. Es unter­liegt keinem Zweifel, daß die tatsächliche Zahl solcher Fälle eine noch viel höhere war.

vox Esmarch fand in Wehlau neben 8 typischen Cholerafällen unter zur Beobachtung gestellten Personen 12, welche bis zu 0 bis 9 Tage lang im Stuhle Cholerabazillen ausschieden.

2. Die Choleradiarrhöe.

Dieselbe ist cha rakterisiert durch eine mehr oder wenige]" große Zahl dünne fäkulentschleimiger und gallig gefärbter Ausleerungen. Dieselben beginnen gewöhn­lich ohne besondere Leibschmerzen in der Nacht mit Kollern und Flatulenz. In vielen Fällen ist dabei neben einer stark belegten Zunge und schlechtem Geschmack im Munde starkes Durstgefühl und Druck in der Magengegend vorhanden. Sie treten meist 12 Tage nach stattgehabter Infektion auf; bei dem Selbstversuch von Pettexkofer trat die Diarrhöe 00 Stunden, bei Emmerich 40 Stunden nach der Infektion ein.

Die Dauer der Durchfälle ist verschieden, sie können innerhalb von wenigen Tagen zur Ausheilung kommen; in anderen Fällen kommt es aber zur Verschlim­merung, es treten Appetitlosigkeit, Unbehagen, Kopfweh, Verminde­rung der Urin menge, Ziehen in den Waden, Neigung zu Schweißen, Er­höhung der Körpertemperatur auf.

In einzelnen Fällen von scheinbarer Heilung kommt es im Anschluß an un­vorsichtigen Genuß von Speisen zu Rezidiven, auch Mangel an Schonung, früh­zeitiges Aderlässen des Bettes führt dazu. Die Diarrhöen sind häufig als erstes Symptom der Cholera anzusehen, in einzelnen Epidemien, z. B. in der letzten Ham­burger waren sie aber nicht das Vorspiel zu dem schweren Bilde der Cholera; doch führen sie bei schwachen alten Personen, bei Kindern, bei Soldaten im Felde, bei ungünstigen äußeren A T erhältnissen unter allgemeiner Erschöpfung nicht allzu selten zum Tode.

Die Stühle, welche an Zahl zwischen 120 pro Tag wechseln können, sind meist leicht gelblich gefärbte Dünndarmstühle, in denselben lassen sich Cholera­bazillen manchmal nur an einem, häufiger bis zu 8 Tagen nach weisen.

B. Die C h o 1 e r i n e.

Dieselbe kann sich aus einer schon bestehenden Diarrhöe entwickeln, viel häutiger aber tritt sie als besondere Krankheitsform auf.

Nach vorhergegangener allgemeiner Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Abgeschlagen- heit, Übelkeit treten plötzlich diarrhöische Stühle auf, welche zunächst gelblich, später aber reiß wasserartig werden. Bald stellt sich auch Erbrechen ein: zuerst

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