Cholera asiatica.
305
bis
xj;<
ihs j
r 1
roa
io« fj >ll i {j
UM. (ij
xloa 11 ;IIßI
•ri r > i; nov Ä
irrh
mQ
Dito
Laiil $ Si
■JCfl ;i[
pa j:j
JÜÖ
Dia i
löi ■
sud
X£Cl
X9d
9iT
cnq
iv/)
iov
ixxl
stM
•leb
[9xn
>9Ü
ieil
HUB ß XII
sichten sind als widerlegt anzusehen, da sicher bewiesen ist, daß der Cholerabazillus ein obligater Aerobier ist. Wahrscheinlich hat es sich bei dem Hueppe- sclien Versuchen um Fäulnistoxine gehandelt.
R. Pfeiffer fand Filtrate von jungen (1—5 tägigen) Cholerabazillen — Bouillonkulturen ungiftig; die aus alten Kulturen dargestellten Gifte hält er für sekundäre, auch von anderen Bakterien gebildete, welche mit dem eigentlichen Choleragifte nichts zu tun haben.
Letzteres ist nach Ansicht kompetenter Autoren (Pfeiffer, Kolle, Wassermann) sehr wahrscheinlich als intrazellulär, an den Bakterienleib selbst gebunden anzusehen: tötet man vorsichtig durch geringes Erwärmen (bei 56° C etwa P 2 —1 Stunde lang) oder vorsichtige Einwirkung von Chloroform eine junge Agarkultur von Cholerabazillen ab und injiziert eine kleine Menge der Kultur in die Bauchhöhle von Meerschweinchen, so gehen diese Tiere unter Erscheinungen zugrunde, welche durch Lähmung der Centra der Zirkulation und Wärmeregulation bedingt sind. Das Choleragift ist anscheinend sehr labil, durch Einwirkung von Desinfizientien oder stärkerer Erwärmung wird es leicht vernichtet.
Von Metsciinikoff, Roux, Taurelli, Salimbeni wird dagegen ein wasserlösliches Choleragift angenommen. Es sei nur kurz erwähnt, daß sie dasselbe so nachwiesen, daß sie in kleine sterilisierte Kollodiumsäckchen, welche mit 5—10 ccm Peptonlösung oder mit Bouillon gefüllt waren, Cholerabazillen einsäten und die Säckchen dann geschlossen in die Bauchhöhle von Meerschweinchen einführten. Die Kollodiummembran ist für Bakterien nicht durchlässig, wohl aber für wasserlösliche Stoffe. Die Tiere starben an Vergiftungserscheinungen.
Experimentelle Erfahrungen über die Pathogenität des C h o 1 e r a v i b r i o.
a) Bei Tieren.
Soweit bisher bekannt ist, kommt spontane Tiercholera, welche durch Cholerabazillen verursacht ist, nicht vor.
Choleraähnliche Erkrankungen können durch künstliche Infektionen mit Kommabazillen bei einzelnen Tiergattungen erzeugt werden. Es sollen hier nur die wichtigsten Ergebnisse aufgezählt werden. Robert Koch gelang es, Meerschweinchen, deren Magensaft vorher alkalisiert, deren Darm durch hohe Dosen von Opium ruhig gestellt war, bei Verbitterung von Cholerabazillen krank zu machen, resp. zu töten. Der Dünndarm dieser Tiere weist bei der Sektion eine erhebliche Rötung auf. Es gelang Koch den Choleraprozeß auf diese Weise von einem Tier auf das andere zu übertragen.
Doch muß bemerkt werden, daß durch Infektion mit choleraähnlichen Bazillen (wie Bazillus Metschnikoff, Bazillus Deneke) Meerschweinchen, welche auf diese Weise vorbehandelt sind, gleichfalls getötet wurden.
Bessere Resultate ergibt die Infektion von Kaninchen mit Cholerabazillen; durch Injektion von minimalen Mengen derselben in die Ohrvene wird regelmäßig unter Auftreten von Durchfällen der Tod der Versuchstiere herbeigeführt: die Tiere sterben unter Erscheinungen, welche an das Stadium algidum der menschlichen Cholera erinnern. Be der Sektion zeigen sich pathologisch - anatomische Veränderungen, welche denen bei menschlicher Cholera ähnlich sind.
Auch durch Verfütterung von Kulturen erzielten Jasaeff und Koli.e ähnliche Resultate bei jungen Kaninchen, wenn sie vorher den Magensaft der Tiere alkalisierten.
Metschnikoff hatte bei gleichen Versuchsanordnungen ähnliche Ergebnisse.
Andere Untersucher wollen positive Infektionsversuche mit Cholerabazillen auch bei anderen Tieren vorgenommen haben, so Zobolotny und Sawtschenko bei der Zieselmaus, Wiener bei jungen Katzen, Karlinsky bei jungen Hunden. Bei intra-
Mense, Handbuch der Tropenkrankheiten. II. 20