Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1905)
Entstehung
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304
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Dr. Paul Khausk und Pr. Tt. Rumpk.

Die früher behauptete Phosphoreszenz von Cholerastämmen hat sich als irrtümlich erwiesen.

A'orkommen der Cho 1 eravi 1)rionen.

Außerhalb des Körpers ist der Kommabazillus wiederholt im 'Wasser nach­gewiesen worden; spontane Tiercholera durch <'holerabazillen ist nicht bekannt.

Bei kranken Menschen ist er bisher nur bei Cholera gefunden worden, nie bei einer anderen Krankheit; besonders kommt er reichlich in den Schleimflocken von Cholerastülilen vor. In den Organen von Choleraleichen ist er meist nicht vor­handen; relativ am häufigsten fand man ihu in den Darmdrüsen, in seltenen Fällen auch in der Lunge, lieber, Niere, Milz und im Herzblut.

Auch im Stuhle von Gesunden hat man wiederholt während Cholera­epidemien Cholerabazillen nachweisen können. (In der letzten Hamburger Epidemie wurden 28 solcher ..Choleragesunder mit normalen Fäces konstatiert.)

A1 > s t e r b e b e d i n g u n gen der C h o 1 e r a Vibrionen.

Gegen Austrocknung und höhere Temperaturen sind die Cholera­bazillen äußerst empfindlich, Siedehitze zerstört sie augenblicklich, Temperaturen von 80° C in 5 Minuten.

Auch die gebräuchlichen Desinfizientien töten sie in kurzer Zeit; eine halbprozentige Karbollösung tötet sie in 10, eine einprozentige in 5 Minuten, Säuren Sublimat wirken in großer Verdünnung deletär. Als Desinfiziens für Cholerastühle empfiehlt sich Kalkmilch (1 Teil Kalk auf 4 Teile Wasser).

In destilliertem Wasser stirbt der Cholerabazillus nach 24 Stunden, in gewöhn­lichem Wasser bleibt er wochenlang am Leben.

Bei Symbiose mit Fäulnisbakterien und Saprophyten gehen die Kommabazillen in kurzer Zeit zugrunde; z. B. nach Kocii in der Berliner Kanaljauche in 2430 Stunden.

A T on Nahrungs- und Genußmitteln ist zu erwähnen, daß sich die Choleravibrionen in flüssigen Nahrungsmitteln von alkalischer oder neutraler Reaktion am längsten lebend erhalten; in sterilisierter Milch ca. 10 Tage, in nicht sterili­sierter Milch infolge von Symbiose mit anderen Bakterien nur 12 Tage. In 1 % igem Teeaufguß gehen sie nach 8 Tagen, in 4 °/o igem nach einer Stunde, in (i % igem Kaffee nach 2 Stunden, in Bier nach 3 Stunden, in Wein nach V 2 Stunde zugrunde.

Virulenz der Cholerabazillen.

Die Virulenz der einzelnen gezüchteten Cholerastämme ist nicht die gleiche; es ist bekannt, daß die weitergezüchteten Kulturen innerhalb von kurzer Zeit an Virulenz stark abnehmen, ja nach einer Anzahl von Jahren völlig wirkungslos werden, so z. B. die von Koch zuerst gezüchtete Kultur aus Calcutta. Von einem Stamm mit normaler Virulenz soll nach R. Pfeiffer der zehnte Teil einer 2 mg fassenden Normalöse einer bei 37° C 18 Stunden gewachsenen Agarkultur ein Meer­schweinchen von 200 g bei intraperitonealer Infektion innerhalb von 24 Stunden töten.

Choleragift.

Schon R. Koch wies in seinen ersten Mitteilungen über die Cholera darauf hin, daß der Choleraanfall, speziell das Stadium algidum desselben, als eine Vergiftung mit einem spezifischen Gifte aufzufassen sei.

Hueppe behauptete auf Grund experimenteller Arbeiten, daß das Choleragift von den Choleravibrionen unter anaeroben Verhältnissen gebildet werde; seine An-

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