die keine Einzelheiten erkennen lassen. Die Entamoeba coli hingegen große ca. 15 ^ Durchmesser haltende, 8 kernige Cysten.
Wenn Ruhrfälle in außergewöhnlicher Weise z. R mit anhaltend hohem Fieber oder mit Somnolenz verlaufen, so muß man stets an Komplikationen denken. Am häufigsten werden in den Tropen Komplikationen der Ruhr mit Malaria beobachtet und man versäume daher nie bei auffallenden Fiebererscheinungen, die nicht in das klinische Bild der Ruhr passen, eine Blutuntersuchung zu machen. Die Diagnose der Komplikation „Typhus“ wird sich meistens schon aus den klinischen Erscheinungen stellen lassen.
Es kann aber auch Vorkommen, daß Durchfälle, deren Charakter sich nicht feststellen läßt, weil bei der bakteriologischen Untersuchung weder Amöben noch Ruhrbazillen gefunden wurden, die aber hin und wieder Blut und Schleim enthalten, sich plötzlich mit Hustenanfällen und den Zeichen einer rechtsseitigen Brustfellentzündung komplizieren. Wenn dann die schokoladenfarbigen Massen plötzlich bei einem besonders heftigen Hustenanfalle ausgehustet werden, so versäume man nie, sie zu mikroskopieren. Denn wenn es sich um einen bis dahin latent verlaufenen Leberabszeß gehandelt hat, der iu die Lunge durchbrach, so findet man in dem Auswurf die Dysenterieamöben und kommt auf diese Weise zu einer richtigen Erkennung des Charakters des bestehenden Durchfalls.
Erscheinungen, die denen der chronischen Ruhr ähneln, können auch durch das Balantidium coli hervorgerufen werden. Allerdings sind hier die Stühle vorwiegend schleimig-eiterig. Auch liier gibt die mikroskopische Untersuchung des Stuhles über die Natur des Leidens Aufschluß.
Prognose.
Im allgemeinen richtet sich die Prognose erstens nach den Verhältnissen, unter denen ein Kranker seine Ruhr durchzumaehen hat, zweitens nach der körperlichen Verfassung und drittens danach, wann eine entsprechende Behandlung beginnt. Wenn Leute unter ungünstigen hygienischen Verhältnissen, wie z. B. im Felde, erkranken und allen Schädlichkeiten der Witterung und außerdem noch Strapazen ausgesetzt sind, so wird ihnen natürlich im allgemeinen eine schlechtere Prognose zu stellen sein als solchen, die sich in der Pflege eines Krankenhauses befinden. Wenn ferner die Erkrankten außerdem noch durch chronische Leiden geschwächt sind, so wird sich die Prognose noch weiter verschlechtern. Einflüssen dieser Art sind aber vorwiegend Truppen in tropischen Gegenden ausgesetzt, und wenn zu diesen Einflüssen noch besonders schroffe Temperaturwechsel in einem Lande, in dem die Malaria herrscht, hinzukommen, so werden wir eine hohe Sterblichkeit unter den Ruhrkranken zu verzeichnen halten. Verhältnisse wie die eben angedeuteten finden wir in Tonkin und alle die französischen Kolonialärzte, die über die Ruhrsterblichkeit unter den französischen Truppen berichtet haben, heften hervor, daß Leute, die an Malaria litten und von Ruhr befallen wurden, in den meisten Fällen zugrunde gingen. Ebenso starben nach Bextlky 90 % der Kala-azar-Kranken infolge hinzutretender Ruhr. Kinder und alte Leute sind mehr gefährdet als Leute mittleren Alters. In den Tropen und Subtropen ist die Prognose bei den Eingeborenen besser als bei den Europäern.
Wenn wir den einzelnen Ruhrfall als solchen betrachten und aus einzelnen Symptomen einen Schluß auf den Verlauf der Krankheit ziehen wollen, so finden wir eigentlich nur drei Symptome, die eine schlechte Prognose stellen lassen. Das eine signum mali ominis ist ein andauernder Singultus, der schon im Beginn der Krankheit vorhanden sein kann und dann eine sehr trübe Prognose