Aussatz oder Lepra.
181
Columbia
30 000
Englisch Ostindien
130000
Venezuela
300
Ägypten
2000
Brasilien
30<)0
Capland
800
Paraguay
150
Griqualand
650
Uruguay
50
Basutoland
250
Argentinien
800
Natal
200
Hawai
9oo
Teneriffa
200
Neukaledonien Französisch Indochina
50t M)
15000
Santa Cruz
22
Ebenso gebe ich von dem Verhältnis der Leprakranken zur Gesamteinwohnerzahl nur einige Stichproben.
In Preußen kommt auf eine Million Einwohner noch kein Lepröser; in Finnland zählt man auf je 10O000 Einwohner 2 Lepröse, in Ägypten auf dieselbe Anzahl 20 Lepröse, in Columbien 600. ln Havanna gibt es auf 100000 Einwohner der Gesamtbevölkerung 40 Lepröse, aber 950 auf 100 000 Chinesen daselbst. Auf den Marquesasinseln sind von 4000 Eingeborenen 250 leprakrank; das wären im Verhältnis zu 100 000 also 13750. Für Hawai ergibt die Rechnung das Verhältnis von je 6000; für die Fidschiinseln von je 1000 Leprösen zu 100000 Einwohnern.
In Ostindien gibt es durchschnittlich 50 Lepröse auf 100 000 Einwohner; aber in Bengalen ist das Verhältnis 410, in Nizan 120, in Kaschmir 30:100000. Die indischen Kulis und Mahratten haben 1 Leprösen auf 400; die Parsen 1:2000 Köpfe.
In China schätzt man die Zahl der Leprösen auf mehr als 50:100000.
Ätiologie.
Epidemiologie.
Soviel wir wissen ist der Mensch allein Träger und Verbreiter der Lepra. An Tieren und Pflanzen ist Lepra bisher unbekannt. Nicht einmal die Übertragung der Lepra auf irgend eine Tierart oder auf Nährböden, die aus dem Tierreich und Pflanzenreich gewonnen werden, ist bisher mit Sicherheit gelungen.
Die Lepra folgt, wie die Geschichte ihrer Ausbreitung zeigt, überall den Menschen, ganz unabhängig vom Klima, vom Breitegrad und von der Erhebung der Länder über den Meeresspiegel. Sie macht im Lauf der Jahrhunderte Fortschritte und Rückschritte mit der Kultur der Völker. Sie nimmt teil an neuen Ansiedlungen der Menschheit wie an großen Umwälzungen der Staaten, dabei durchaus gebunden an die niederen Klassen und Kasten. Elend, Unreinlichkeit, Unzucht, mangelhafte Nahrung bereiten ihr den Boden. Abenteurer, Auswanderer und fahrende Leute waren im Altertum und im Mittelalter ihre Ausbreiter; Eroberer, Bettler, Trödler, Sklaven sind auch heute ihre Vermittler. Nur die höhere technische Kultur, namentlich die europäische, hat sich ihrer Herrschaft gänzlich entzogen. In den Ländern der weißen Völker gibt es nur soweit Reste der Lepra, als dort alte Zustände mangelhafter Lebensweise bestehen. Unter schwer verseuchten Völkern bleibt der Weiße verschont, wofern er nicht zu ihren Gewohnheiten hinabsinkt oder längere Zeit enge Hausgemeinschaft und Tischgenossenschaft mit ihnen hält. Bei innigem Zusammenleben, bei Bett- und Tischgenossenschaft mit Leprösen ist kein Mensch gegen das Übel gefeit. Sklavenleben, Gefängnishaft, Zuchthausstrafe begünstigen seine rasche Ausbreitung. In Neukaledonien waren einzelne französische Sträflinge im Verkehr mit den Kanaken leprös geworden; rasch haben sie ihren Leidensgenossen das Übel mitgeteilt. Unter den 10 500 Zuchthäuslern daselbst sind heute mehrere Hundert leprös; während unter den 7000 freien Europäern nur