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Prof. E. Balz und Prof. Kinnosuke Miuha.
Nutzen von großen Dosen Kokain, 0,05 pro dosi, 0,15—0,2 pro Tag. Subkutane Injektion von Kampheröl 0,1, von Strychnin 0,001 5—6 mal oder von Spermin Pölil ist von deutlichem, wenn auch oft vorübergehenden Nutzen, ln akuten schweren Fällen greift mau zum Aderlaß, wenn der Puls noch kräftig ist, um den enorm vollen venösen Kreislauf zu entlasten, ln mehr chronischen Fällen mit schwächerem Puls sollte man lieber blutige Schröpfköpfe an wenden. Ptn starke Beklemmung in der Brust zu beseitigen, empiiehlt es sich, trockene Schröpfköpfe oder Blasenpßaster auf die Herzgegend zu applizieren. Hei schmerzhafter gespannter Wade ist feuchtwarmer Umschlag neben täglich zweimal vorgenommener Galvanisation oder Fara- disation zu empfehlen.
Von großer Bedeutung ist die mechanische Behandlung durch Massage, mit der man frühzeitg beginnt, wobei natürlich an den schmerzhaften Stellen z. B. an den Waden, keine große Kraft angewendet werden darf. Das Streichen und Kneten und namentlich die tägliche häufige Dorsaltlexion des Fußes (bei dauernder Vermeidung des Druckes der Bettdecken auf den Fußrücken) verhindert die Entstehung des Pes equino-varus oder führt zu seiner Heilung, wo er schon besteht. Seit der Einführung dieser Behandlung ist bei uns nie mehr eine Tenotomie nötig geworden. Knetet man ein stark befallenes Bein, während man das andere etwas bessere in Ruhe läßt, so wird das massierte Bein schneller gebrauchsfähig als das andere. Den faradischen Strom benutzt man, wenn die .Muskeln oder Nerven noch damit erregbar sind, dagegen wo EaR. besteht, greift man besser zur galvanischen Elektrizität oder zur Massage.
Zur Behandlung der Muskelatrophie hat einer von uns (Miuiia ) auch einige Male Binden am Oberschenkel angelegt, um leichte venöse Stauung zu erzeugen, und er glaubt einigen Erfolg gehabt zu haben.
Sobald als möglich lasse man die Patienten Steh-, Gehübungen und sonstige Gymnastik machen, ernähre sie reichlich und schicke sie in die Berge.
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