Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1905)
Entstehung
Seite
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Beriberi oder Kakke (Folyneuritis endemica).

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Krankheit am schwersten ist, im Herbst nachläßt oder verschwindet, und in den folgenden Sommern in immer leichterem Grade sich zeigt. Schließlich bleibt nur eine in den Sommermonaten auftretende Schwere in den Beinen, Neigung zu Taub­heit und manchmal zu Herzklopfen.

Der Ausgang in Tod ist an verschiedenen Orten und in verschiedenen Jahren verschieden häutig. Während die Sterblichkeit unter den Chinesen auf den Plantagen in Sumatra und zeitweise unter den Eingeborenen in Java und Manila eine schreckliche war man liest von 6070%, betrug sie unter den hollän­dischen Truppen in Niederländisch-Indien 26%, in Vorderindien nach englischen Berichten etwa das Doppelte, unter den japanischen Truppen 24%, in der Marine etwas mehr. Die gesamte Sterblichkeit an Beriberi in Japan ist eher noch geringer als die letztere Zahl, da eine Unmasse leichter Fälle überhaupt nicht zur Kenntnis der Behörden oder der Ärzte gelangt. Nach den Erfahrungen im Eirakuhospital in Tokyo war die Sterblichkeit an Beriberi unter den Männern kaum 1 %, bei Frauen stieg sie bis 3%.

Die Sterblichkeit an der hydropischen Form ist größer als an der trockenen, da hier zur gewöhnlichen Gefahr, Lähmung des Herzens oder der Atmungsmuskulatur, noch der Hydrops des Herzbeutels und der Pleurahöhle hinzukommen. Daß die perniziöse Form unter den Symptomen der Asphyxie tötet, ist schon gesagt. In chronischen Fällen erfolgt der Tod bald durch Lähmung der Atmungsmuskeln, bald durch allgemeine Schwäche, bald durch Komplikationen, unter denen Tuberkulose am häutigsten ist. Die Todesfälle durch Yerschluckpneumonie erklären sich durch Affektion der Kehlkopfmuskeln.

Von der sekundären Beriberi und ihrem Einfluß war bei den Komplikationen die Rede.

Prophylaxis und Therapie.

Die Prophylaxis von Beriberi steht noch auf schwachen Füßen. Wir kennen die eigentliche Ursache derselben und die Art und Weise, wie der Krank­heitserreger in den Körper gelangt, noch nicht.

Nach den Erfahrungen in der gynäkologischen und pädiatrischen Klinik in Tokyo ist kakkekranken Müttern das Säugen ihrer Kinder zu verbieten.

Man hat von alters her niedriggelegene Orte und feuchte Wohnungen für die Entstehung von Beriberi verantwortlich gemacht. Daher müssen solche Orte gut drainiert und trocken gelegt werden. Da ferner enges Zusammen wohnen vieler Menschen die Entstehung der Krankheit besonders begünstigt, so ist dieser unhygienische Faktor möglichst zu vermeiden, und wo das nicht geht, muß für gute Ventilation, Reinlichkeit, reichliches Eindringen von Licht u. dgl. gesorgt werden. Ist einmal die Krankheit in einem solchen Gebäude ausgebrochen, so hat nach unseren Erfalirungen die übliche Desinfektionsmethode keinen großen Nutzen, mag jedoch versucht werden, da sie von anderen gerühmt wird. Im Notfall müßte das Gebäude geräumt werden. Wirksamer ist allgemeine Hygiene, Besserung der Nahrung, Vermeidung aller Exzesse und Anstrengungen, regelmäßige Lebensweise etc. Da sollte sich namentlich jeder merken, der die Neigung hat, im Sommer an Beriberi zu erkranken.

Viele Autoren beschuldigen, wie wiederholt erwähnt, aus verscliiedenen Gründen die Reis nährung als Ursache von Beriberi. K. Takaki führte in der Tat mit großem Nutzen die Nahrungsäuderung in der japanischen Marine durch, so daß viele die ganze Ätiologie von Beriberi als Nahrungsfrage auffaßten. Aber wir haben schon die Gründe angeführt, welche gegen die Reisnahrung als einzige Ursache