Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1905)
Entstehung
Seite
108
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Gelbfieber.

Von

Dr. James Carroll, Washington. Deutsch von C. Jlense.

Definition.

Das Gelbfieber ist eine akute, spezifische, infektiöse, nichtkontagiöse, epide­mische Krankheit, welche eine Eigentümlichkeit bestimmter tropischer und sub­tropischer Gegenden der westlichen Halbkugel ist und durch einen einzigen Fieber- paroxysmus oder zwei durch eine dazwischen tretende kurze Intermission oder Remission getrennten Fieberparoxysmen gekennzeichnet wird.

Bezeichnungen (1er Krankheit.

Lateinisch: Febris flava, F. maligna biliosa Americae, F. biliosa ardens, Typhus icteroides, Pestis americana.

Englisch: Bilious remittent yellow Fever, yellow Yack, Gibraltar Fever, Barcelona Fever, black Yomit, icteroid Typhus.

Holländisch: Gele koorts.

Französisch: Fievre jaune, Typhus amaryl s. icterode, Coup de harre, Pestilence hemogastrique.

Italienisch: Febbre gialla.

Portugiesisch: Febre amarella, Vomito preto.

Spanisch: Fiebre amarilla, Vomito negro.

Geschichte und geographische Verbreitung.

Die westliche Hemisphäre war zweiundeinhalbes Jahrhundert lang der ende­mische Sitz des gelben Fiebers und es ist wahrscheinlich, daß die Krankheit dort schon vor der Entdeckung der neuen Welt verbreitet war. Ein sicherer Beweis ist jedoch für diese Annahme nicht zu erbringen, denn die alten Schriftsteller sprechen von Seuchen, welche die Uferländer des Karaibischen Meeres verheerten, ihre Be­schreibungen sind jedoch zu kurz, um daraus mit Sicherheit zu entnehmen, daß es sich wirklich um gelbes Fieber gehandelte hat. Die frühesten zuverlässigen Berichte ergeben, daß die Krankheit um die Mitte des 17. Jahrhunderts als Epidemie auf