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Dr. Adolf Eysell.
überall gefunden. Im Inneren des schwarzen Kontinentes herrscht Anopheles (Myzomyia) funestus Giles vor. Die häutigsten Asiaten sind Anopheles (Myzorhynchus) sinensis AVied. (s. Taf. II, Fig. f und i) und Anopheles (Myzomyia) Rossi (s. Taf. III, Fig. m) Giles, während auf dem südamerikanischen Kontinent und den Antillen Anopheles (Cellia) argyrotarsis Ron. Desv. (s. Taf. IV, Fig. r) die verbreitetste Art ist.
Fang, Aufbewahrung und Versand.
Um Stechmücken mit Erfolg zu sammeln, ist es von hoher Bedeutung, die abzusuchenden Örtlichkeiten richtig auszuwählen und der Jahres- und Tageszeit entsprechend die zweckmäßigsten Fangarten anzuwenden.
Wenn es sich nur darum handelte, vollkommen ausgebildete weibliche Culiciden zu erbeuten, so wäre die gestellte Aufgabe ja verhältnismäßig leicht zu lösen; uns muß es aber auch darauf ankommen, männliche Tiere und womöglich Eier, Larven und Puppen der gleichen Art zu erhalten. Nur so ist ein vollkommener Überblick über den Entwicklungsgang der Art zu gewinnen und die Möglichkeit gegeben, die notwendigen, systematischen und biologischen Tatsachen klar zu stellen.
Fig. 20.
Eig. 21.
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Reagenzglas mit gefangenen Stechmücken (*), die durch W atte- Kugeln getrennt sind.
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d.
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Tmagines. Die einfachste Art, Stechmücken zu fangen, besteht darin, daß man die tagsüber traumverloren an den Wänden sitzenden oder in Kellern und dergl. ihren Winterschlaf haltenden weiblichen Tiere — wenn nötig bei künstlicher Beleuchtung — mit einem ziemlich weiten (2 cm im Durchmesser) Reagenzglase überdeckt.
Die von dem Glase berührte Mücke erwacht, fliegt auf und sucht, überall gegen die Glaswände anstoßend, den vermeintlichen Ausgang am Boden des Röhrchens. Schnell entfernt man jetzt das Reagenzglas von der Wand und schließt die Mündung mit dem Daumen der das Glas haltenden Hand. Eine Wattekugel, gerade groß genug, die Mündung sicher zu verstopfen, wird nun neben der wenig gelüfteten Daumenbeere vorbei in IIJ^C J IjiLLL—tim ^ 1:1 das Röhrchen eingeführt.
c - c Bei einiger Geschicklichkeit und Übung
lassen sich nacheinander 3—4 Stechmücken auf diese Art lebend und unbeschädigt in demselben Glase fangen. Da aber unter diesen Verhältnissen die Tiere später sich leicht gegenseitig verletzen, verfährt man sicherer und schonender in folgender Weise.
Die zuerst gefangene Mücke wird mittels einer Wattekugel vorsichtig gegen den Boden des Reagenzglases gedrängt und ihr hier gerade noch soviel Raum gelassen, daß sie sich frei bewegen kann. Nun folgt ihr ebenso die zweite, die dritte usw. bis das Proberöhrchen gefüllt ist. Ein halbes Dutzend und mehr Tiere lassen sich bei diesem Vorgehen in einem einzigen Röhrchen fangen und getrennt voneinander unbeschädigt und lebend nach Hause bringen, wo sie dann durch Herausziehen der tiefer eingestoßenen Wattesepten mittels einer Häkelnadel sofort befreit und in ein größeres Gefäß eingesetzt werden müssen.
Glasreuse. a Korkstöpsel, b durchbohrte Korkscheibe, c Mullläppchen. Im Innenraume (d) befinden sich zwei gefangene Mücken (*).