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Bd. 2 (1905)
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Aphthae tropicae.

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werden, um nachher wieder in wechselnder Heftigkeit aufzutreten, ohne daß zu gleicher Zeit immer Modifikationen in den Erscheinungen seitens des übrigen Teils des Intestinaltraktus beobachtet werden. Andere Male hingegen findet das Umgekehrte statt und verschwindet die Diarrhöe, während Reizerscheinungen seitens Mundhöhle und Magen oder eines derselben bestehen bleiben, wodurch ein Krankheitsbild entsteht, das ausnahmsweise auch im Anfang der Krankheit beobachtet werden kann, wobei namentlich Mund- und Magenerscheinungen die Scene eröffnen und diarrhoische Entleerungen erst nach längerem Bestehen derselben erfolgen, Fälle, welche Manson mit dem NamenGastric cases bezeichnete, und in Ceylon unter dem NamenCeylon sore mouth nicht selten beobachtet zu werden scheinen (Lauder Brunton).

In welcher Reihenfolge die Entwicklung des Leidens sich uns aber auch offenbart, die Erscheinungen des Darmkanals sind au erster Stelle für das künftige Schicksal des Kranken als maßgebend zu betrachten. Werden die Störungen sich selbst überlassen und nicht durch eine rationelle Behandlung beseitigt, so nehmen sie meistens allmählich, mitunter auch plötzlich, an Heftigkeit zu, so daß sogar die leichtesten Speisen nicht mehr vertragen werden. Die meistens schmerzlosen Ent­leerungen erfolgen in immer größeren Mengen, wobei die Konsistenz abnimmt, bis zuletzt jedesmal erhebliche Mengen dünner, grauer oder milchig-weiß aussehender, schäumender Massen zum Vorschein kommen.

Kein Wunder, daß das Fortbestehen dieser Krankheitsperiode einen bedeutenden Einfluß auf den Allgemeinzustand des Kranken auszuüben vermag. Durch die von der erhöhten Reizbarkeit der Mund- und Magenschleimhaut abhängigen Erschwerung der Nahrungsaufnahme und die diarrhoischen Entleerungen werden allmählich fort­schreitender Kräfteverfall, Abmagerung und Inanition herbeigeführt, der mancher Kranke schließlich erliegt, wenn irgend eine interkurrente Krankheit nicht schon zuvor das Lebensende herbeigeführt hat.

In vielen Fällen jedoch kann eine zweckmäßige Behandlung innerhalb relativ kurzer Zeit sogar in diesem Stadium noch erhebliche Besserung bewirken, so daß der Patient die gewöhnliche Kost wieder vertragen und anscheinend geheilt sich wieder eines guten Allgemeinzustandes erfreuen kann. Es ist aber nichts Ungewöhn­liches, daß innerhalb Monaten oder Jahren Rezidive auftreten, die ebenfalls der relativen Heilung wieder fähig sind, deren Auftreten aber dennoch beweist, daß die Genesung nur eine scheinbare gewesen ist und ein dauerndes Wohlbefinden, wenn überhaupt, nur unter Beobachtung einer strengen, den hygienischen und diätetischen Vorschriften angepaßten, Lebensweise erreicht werden kann.

Die einzelnen K r a n kh e it s e r s c h e i n u n ge n.

Mundhöhle. Die Zunge zeigt in der Initialperiode der Krankheit nicht selten einen gelblichweißen Belag, der auf der hinteren Hälfte dicker ist als auf der vorderen, bisweilen auch, wie Bosch und van der Burg bemerken nur auf die linke oder rechte Hälfte beschränkt vorkommt.

Die eigentlichen typischen Erscheinungen entstehen meistens zuerst an der Spitze und an den Seiten, wo kleine kirschrote, im Anfänge etwas erhabene, punkt­förmige Stellen erscheinen, welche beim Berühren schmerzhaft sind. Später ent­stehen sie gleichfalls auf der Zungenoberfläche, nehmen an Zahl zu, fließen zu­sammen, so daß sehr empfindliche, unregelmäßig begrenzte, hochrote, von Epithel entblößte Partien entstehen, innerhalb deren Umrandung außerdem einzelne, kaum mit den bloßen Augen wahrnehmbare, mit trübem Inhalt gefüllte Bläschen bemerkbar