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Psittacosis.
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nach 8—10—15—20 Tagen infolge erschöpfender Durchfälle. Bei den Psittaceen gelingt auch auf diesem Wege stets die künstliche Infektion, es genügt schon, einige Federn von Vögeln, welche an der Krankheit eingegangen sind, ihnen in den Käfig zu legen (Nocard) oder das Futter mit einigen Tropfen einer Bouillonkultur anzufeuchten (Gilbert und Fournier).
Die diarrhoischen Entleerungen der Papageien sind wegen ihres ungeheuren Reichtums an den spezifischen Bazillen äußerst infektiös.
Beim Menschen liefert die bakteriologische Untersuchung kein so sicheres Ergebnis. Unter der großen Zahl der beobachteten Erkrankungen ist der Nocard- sche Bazillus erst einmal aus dem Herzblute einer an Psittacosis gestorbenen Frau von Gilbert und Fournier 1897 isoliert worden.
Trotzdem gelang es zuerst Nicolle 1898 bei zwei Kranken das spezifische Agglutinationsvermögen des Blutes gegenüber dem Bazillus der Psittacosis nachzuweisen. Die Reaktion tritt noch bei einer Verdünnung von 1: 60 ein und hat eine diagnostische Bedeutung. Am stärksten ist das Agglutinationsvermögen des Serums bei chronischem Verlaufe der Krankheit.
Man darf hierbei nicht übersehen, daß das Serum kranker Menschen und Tiere auch den Bazillus von Eberth, aber in viel geringerem Grade, und umgekehrt das Serum Typhuskranker deutlich aber schwach den Psittacosis-Erreger agglutiniert. Diese Erscheinung der „Mitagglutination“ findet man nicht nur bei der Psittacosis, sondern sie ist in den letzten Jahren auch besonders eingehend bei den paratyphoiden Infektionen studiert worden.
Bei den Kranken der Stettiner Familienendemie wurde nur ein virulenter Streptococcus und ein virulenter Proteus gefunden, nicht der NocARD’sche Bazillus. Die Untersuchung des kranken Papageis war ergebnislos.
Schließlich haben Gilbert und Fournier aus dem Darminhalt von Papageien einen Paracoli-Bazillus gewonnen, welcher, abgesehen von der Virulenz, in jeder Hinsicht dem NocARD’schen Bazillus gleicht. Man darf deswegen folgerichtig mit diesen Autoren die Psittacosis als eine Paracoli- baz illose an sehen, welche durch einen Darmschmarotzer der Papageien h e r v o r g e r u f e n wird, der für gewöhnlich harmlos ist aber unter gewissen Verhältnissen virulent und nicht nur von einem Papagei auf den anderen, sondern auch auf Menschen übertragbar werden kann.
Nach Aiello und Parascandolo, welche sich kürzlich mit dem Studium dieser Bakterien beschäftigt haben, kann man durch Filtration der Nährböden, auf welchen sie gewachsen sind, zwei Substanzen gewinnen, ein Nuklein und ein Nukleo-Albumin, welche beide auch in minimalen Dosen auf die gewöhnlichen Versuchstiere giftig wirken. Mit abgetöteten Kulturen kann man somit Kaninchen und Hunde immunisieren. Das Serum solcher Tiere besitzt schützende und heilende Eigenschaften.
Epidemiologie.
Die Unsitte mancher Liebhaber von Papageien, die Tiere ans dem Munde fressen zu lassen, bietet die häufigste Ansteckungsgelegenheit, zumal diese unappetitliche Fütterung gern besonders dann vorgenommen wird, wenn die Tiere krank und niedergeschlagen aussehen und einer zärtlichen Pflege bedürftig erscheinen- Unter solchen Umständen beginnt die Krankheit oft mit lokalen Symptomen wie Ödem in der Umgebung des Mundes, einem an Diphtherie erinnernden Belag der Mund- und Rachenschleimhaut oder der Bildung schmerzhafter Knötchen auf der Zunge. Solche Erscheinungen sind sogar bei Menschen beobachtet worden, welche kranke Papageien bloß berührt hatten, ohne sie mit dem Munde zu füttern,
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