Tropische und subtropische Viehseuchen.
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Allerdings hat Edington die Tatsache erbracht, daß auch Rinder, Angoraziegen und hochgezüchtete Schafe für die Seuche empfänglich sind. Ob die Sterbe auch bereits durch natürliche Infektion auf genannte Tiere übertragen worden ist, weiß ich nicht, jedoch wird eine während der Sterbezeit auch unter den edlen Schaf- und Ziegenrassen herrschende Seuche mit der Sterbe in Zusammenhang gebracht. Während Maultiere dieselbe Empfänglichkeit wie Pferde besitzen, erkranken Esel nur in sehr leichter Form.
Geschichte und Verbreitung.
Die ersten Pferde wurden im Jahre 1652 zu Zuchtzwecken nach der Kap- kolonie gebracht. Nachdem zwecks Blutauffrischung im Jahre 1688 einige persische Araber eingeführt waren, gelangte die Pferdezucht zu einer gewissen Blüte, bis dann im Jahre 1719 eine bereits zu jener Zeit als „horse sickness“ bezeichnete, verheerende Seuche auftrat, welche eine große Lücke in den Pferdebestand riß. Im Jahre 1763 erschien dieselbe Seuche wiederum als Epizootie und raffte über 2500 Pferde dahin. Seit dieser Zeit breitete sich die Pferdesterbe immer weiter nach Nord und Ost aus und raffte in manchen Jahren beinahe den ganzen Pferdebestand hinweg. 1854—55 sollen 70000 Pferde und Maulesel allein in der Kapkolonie gefallen sein. 1891/92 etwa 20000. Im Jahre 1890 war die Seuche im Damara- und Namaland sehr verbreitet. Die Zahl der daran zugrunde gegangenen Pferde wird auf mindestens 1500 geschätzt. Daß die gesamte Pferdezucht hierdurch nicht vernichtet wurde, ist nur dem Umstande zuzuschreiben, daß die Sterbe stets nur in langen Zwischenräumen auf trat und dadurch das zur Pferdezucht vorzüglich geeignete Land die entstandenen Verluste wieder ersetzen konnte.
Die Sterbe ist in ganz Südafrika heimisch, namentlich in Rhodesia, Natal, Transvaal, Deutsch-Südwestafrika, in Teilen der Kapkolonie. „Berüchtigt sind die Gregenden um King Williams Town und Queens- town, wo langes Gras in Tälern wächst, welches der Entwicklung des Nebels sehr förderlich erscheint“ (Fritsch 1868). Als verhältnismäßig seuchenfreie Distrikte gelten die höher gelegenenTeile derKapkolonie, der friihereOrange Freistaat und das Basutoland. Völlig ungesund alle nördlichvomVaal- fluß und der Tugela gelegenen Striche, mit Ausnahme wiederum weniger Hochflächen und Gebirge.
Alljälirlich während des Sommers — Dezember bis Mai — namentlich aber gegen Ende desselben, in den Monaten März und April, tritt die Pferdesterbe ganz plötzlich auf, um dann mit dem Einsetzen des ersten Frostes ebenso plötzlich wieder zu verschwinden.
Von der Seuche am meisten heimgesucht sind die Gebiete an den Flußbetten, Wasserstellen und die Täler, also Orte mit relativ geringer Höhenlage. Die
Farmer haben diese Erfahrung ausgenutzt und bringen ihre Pferde bei Beginn des Sommers auf höher gelegene Orte, sogenannte „Sterbeplätze“, das sind Weideplätze, welche als gesund und seuchenfrei bekannt sind.
Jedenfalls ist es eine Erfahrungstatsache, daß Orte in einer Höhe von 4—5000 Fuß absolut sicher vor der Seuche sind.
Pathologische Anatomie.
Totenstarre vorhanden. Die Supraorbitalgruben sind geschwollen und nach außen hervorgewölbt; der Kehlgang ist gleichfalls durch stark ödematöse Schwellung vollständig ausgefüllt. Zunge blaurot, geschwollen. Vor Nüstern und