Tropische und subtropische Viehseuchen.
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Abmagerung ein; der reichlich abgesetzte Harn ist stark gelb gefärbt. Die Anämie ist in der Regel nicht sehr stark ausgeprägt, dagegen kommt es häufig zu Leukämie.
Die Sterblichkeit ist nicht so groß wie bei den vorher beschriebenen Babesien, es erfolgt Heilung in 20—30% der Fälle. Ein einmaliges Überstehen der Krankheit verleiht Immunität für weitere Anfälle. Alle Versuche, die Babesia equi durch Blutüberimpfung zu übertragen, sind bisher gescheitert.
6. Babesiosis s. Piroplasmosis canis.
Die Hundemalaria wurde zuerst von Galli-Valerio beschrieben, welcher Gelegenheit hatte, bei einem, nach einer Jagd in sumpfiger Gegend an Fieber und Ikterus erkrankten Hunde ähnliche Parasiten in einem Teil der Blutzellen zu finden, wie diejenigen der Babesia bovis. Nach Nuttall erscheinen die Parasiten ca. 36 Stunden nach der Infektion im Blute und sind im Verhältnis größer als die übrigen Babesien.
Als Überträger der Infektion kommen verschiedene Zecken in Frage, so Haemaphysalis leachi Audouin in Südafrika, Dermacentor reticulatus (Fabr.) in Südfrankreich. Jedoch dürften sämtliche Zecken zu Trägern der Infektion geeignet sein. Die Infektion kann nur erfolgen durch die geschlechtsreife, erwachsene Zecke, während sonderbarerweise die Larven und Nymphen die Krankheit nicht überimpfen können. Auch hier ist nur der Hund für eine spezifische Infektion empfänglich.
Das Krankheitsbild ist ähnlich dem der Babesiosis bei Pferden; sehr charakteristisch sind Ikterurie und Hämoglobinurie.
Der Verlauf ist akut oder chronisch. Bei der meist auftretenden, akuten und stets tödlichen Form treten die ikterischen Erscheinungen auffallend in den Vordergrund; es erfolgt nach einem ca. 5tägigen Inkubationsstadium der Tod in wenigen Tagen.
Bei den chronisch verlaufenden Fällen — Dauer der Erkrankung 2—3 Monate — tritt der anämische Charakter mehr hervor. Die Zahl der weißen Blutkörperchen, namentlich der polynukleären Leukocyten, ist bedeutend vermehrt. — Diese Form der Erkrankung weist öfter Genesungen auf, und es dauert dann die Rekonvaleszenz 1—2 Monate. Bei beiden Erkrankungsarten sinkt die Zahl der Erythrocyten ganz bedeutend: bis auf 2 Millionen (normal 7 Millionen pro cmm).
Heilversuche sind bis jetzt nicht gelungen; wohl aber Immunisierung durch Präventivimpfung mit Serum von hochimmunisiertem, defibriniertem Blute kranker Hunde (Theiler).
Tiere, welche die Krankheit überstanden haben, sollen lebenslänglich immun sein.
Über eine Babesiosis der Schweine und Katzen (Kamerun, Ziemann) ist noch wenig bekannt.
Literatur, ü
1899 Albanesi, Contro l’ematuria. Nuovo Ereolani. Bd. 4. p. 386.
1894 Alfred u. Hess, Fälle von hämorrhag. Septikämie beim Rinde. Schweiz. Arcli. p. 49. 1901 Almy, Nouveaux cas de piroplasmose canine. Bulletin de la Societe centrale de med. vet. p. 375.
1892 Arnold, Das Weiderot. Badische tierärztl. Mitteilungen, p. 76.
1888/89 Babes, Etiologie de l’hemoglobinurie bacterienne du boeuf. Annales de 1’Institut de pathol. et de bact. de Bukarest. Bd. 1.
1889 Derselbe, Die Ätiologie der seuchenhaften Hämoglobinurie des Rindes. Virchows Archiv. Bd. 115.
J ) Vgl. das Literaturverzeichnis über Babesia, S. 201. Mense, Handbuch der Tropenkrankheiten. III.
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