Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
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747
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Tropische und subtropische Viehseuchen.

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Für die Verbreitung der Zecken sorgen die Tiere, deren Blut sie saugen: sie werden durch diese über große Strecken verschleppt. Blut saugen nur die Larven, Nymphen und Weibchen, welche deshalb auch nur für die Übertragung der Infektion in Betracht kommen. Die Begattung findet statt, während das Weibchen Blut saugt, und dauert einige Tage. Bis zur Reifung der Eier bleibt das Weibchen auf seinem Wirte, fällt dann ab und legt innerhalb 7 Tagen 24000 sehr wider­standsfähige, in kleinen Klümpchen zusammenhängende Eier. Nach ungefähr 25 Tagen schlüpfen die sehr beweglichen Larven aus, die sich dann vermöge ihrer Vorderbeine an einem geeigneten Wirtstiere anklammern, festsaugen und in etwa 14 Tagen nach zweimaliger Häutung zur fertigen Zecke heranwachsen. Fort­pflanzungsfällig wird dieselbe nach weiteren 14 Tagen. Es können aber diese Zeiten je nach der Witterung sehr differieren, so zwar, daß bei kaltem Wetter die angegebenen Zeiträume bedeutend überschritten werden.

Bereits die aus dem Ei schlüpfenden Larven beherbergen Piroplasmen, deren Übertragungsweise auf das Ei durch das infizierte Zeckenweibchen bisher noch un­bekannt ist. Die beim Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen nur etwa 1 mm langen und 0,5 mm breiten jungen Larven sind sehr schwer aufzufinden und zu erkennen. Als Lieblingsstellen sind zu nennen: untere Halsseite, Schenkel- Innenfläche, Euter, hinter den Schultern.

Bedingungen für das Fortkommen der Zecken ist Feuchtigkeit, weshalb die­selben an feuchten, sumpfigen Tiefländern am verbreitetsten sind, namentlich an solchen mit Baumbestand.

Durch direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen werden die Zecken in ihrer Lebensfähigkeit schwer geschädigt.

Verlauf und Krankheitsersclieiimugeu.

Hat die mit Piroplasmen infizierte Larve ein empfängliches Wirtstier gefunden, so treten nach einem Inkubationsstadium von ca. 10 Tagen die ersten Krankheits­erscheinungen auf. Die erkrankten Tiere sind matt, träge, bleiben hinter der Herde zurück. Die Bewegungen sind langsam, der Blick stier und gläsern, Augäpfel, namentlich im späteren Verlauf der Krankheit, in die Augenhöhlen zurückgezogen. Die Tiere legen sich schließlich und sind nicht mehr zum Aufstehen zu bringen. Kopf gesenkt, Benommenheit des Sensoriums. Haar gesträubt, glanzlos; Haut auf der Unterlage schwer verscliiebbar. Zahlreiche Zecken, besonders am Halse, der Wamme und an den Innenflächen der Schenkel.

Ständig steigendes Fieber, selbst bis 42° C. Die außen fühlbaren Körper- lymphdrüsen sind stark geschwollen.

Die sichtbaren Schleimhäute anfangs ikterisch, später analog dem Zerfall der roten Blutkörperchen anämisch.

Atmung im Verlauf der Krankheit beschleunigt, mitunter in- und exspiratori- sclie Dyspnoe.

Puls bei Beginn der Erkrankung voll und kräftig, Pulsfrequenz gleich bis auf 100 steigend. Pulswelle im Verlauf der Krankheit immer schwächer, zuletzt ganz unfühlbar. Auf der Höhe der Erkrankung Herzschlag pochend, Spitzenstoß außen deutlich fühlbar.

Während von den Tieren anfangs Grünfutter noch gern genommen wird, sistiert die Futteraufnahme später gänzlich; dagegen wird gern und reichlich klares W asser aufgenommen.

Die erkrankten Tiere magern in ganz kurzer Zeit enorm ab. Der anfangs kaum veränderte Mist wird auf der Höhe der Erkrankung dünnflüssig, mit Schleim

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