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Tropische und subtropische Viehseuchen. 713
I Entwicklungsgang dieser Parasiten in dieser Fliege ist bisher aber noch nicht b sicher festgestellt.
Von der Stomoxys nigra ist, ähnlich wie anfänglich von der Tsetse für die Nagana, durch direkte Beobachtungen erwiesen, daß sie in der Tat die natürliche Verbreitung der Surrah besorgt. Ob eine mikroskopische Feststellung von lebenden r | j| Trypanosomen oder deren Entwicklungszuständen in dieser Fliege stattfindet, ist bis )[ | ! ; jetzt noch nicht bekannt.
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Allgemeines über die Trypanosen.
Die einzelnen tierischen Trypanosen weisen viele Ähnlichkeiten in ihrem Verlauf auf und zeigen dabei mindestens die gleiche Größe des Unterschiedes bei den verschiedenen Tierarten wie bei den verschiedenen Krankheitsarten auf. Ich muß mich hier im wesentlichen auf die Schilderung der bei genuiner Erkrankung auftretenden Erscheinungen beschränken, da nur diese für die ärztliche Beobachtung in den Tropen in Frage kommen.
Im allgemeinen kann man die Trypanosen als chronisch oder subakut verlaufende mit unregelmäßig intermittierendem Fieber, starker Abmagerung und hochgradigen Blutveränderungen einhergehende Seuchen bezeichnen. Doch kommen auch akute und selbst perakute, in wenigen Stunden zum Tode führende Fälle vor. In diesen ist natürlich die Abmagerung nicht oder nur wenig vorhanden, dagegen meist in hohem Grade die auch sonst sehr häufigen Ödeme der abhängigen Teile und die serösen Ergüsse im Unterhautbindegewebe, Herzbeutel und in den großen Körperhöhlen.
Da alle diese Seuchen durch einen belebten Organismus hervorgerufen werden, so vergeht zwischen seiner Einführung in den Körper und dem Ausbruch der Krankheit eine mehr oder weniger lange Inkubationsperiode. Diese wechselt sehr nach der Tierart und, wie es scheint, auch nach äußeren Umständen: Futterzustand des Tieres, Witterung, Arbeitsleistung u. s. f. Bei den sehr empfänglichen Einhufern scheint sie gewöhnlich etwa 10—13 Tage zu betragen, bei Rindvieh und Kleinvieh (soweit diese empfänglich sind) sich aber erheblich länger ausdehnen zu können. Es werden für die natürliche Infektion auch Monate angegeben.
Das erste Symptom pflegt eine mehr oder minder hohe über mehrere Tage sich erstreckende allmählich ansteigende Erhöhung der Körpertemperatur zu sein, die nach ilirem Maximum brüsk, oft bis' unter die Norm, abfällt. Gleichzeitig damit tritt verminderte Freßlust, gesteigerter Durst und gesteigerte Urinausscheidung, Rauhwerden des Felles, mäßiger Katarrh der Augenbindehäute und der Nasenschleimhaut mit Ausscheidung spärlichen schleimig-wässerigen Sekretes, mehr oder minder starke, häufig flüchtige Ödeme der Geschlechtsteile und abhängigen Partien oder der Gliedmaßen, des Kehlgangs, gelegentlich auch des Maules und der Oberaugengruben auf, und häufig zeigt sich schon jetzt eine gewisse Schwäche und Steifigkeit im Kreuz und der Hinterhand, die den Gang schleppend und schwankend macht.
Im Blute zeigen sich beim Anstieg des Fiebers meist die ersten Parasiten, gewöhnlich nicht in allzugroßer Zahl. Stets aber setzt eine ziemlich starke Verminderung der roten Blutzellen und Blaßwerden eines großen Teils von ihnen ein und daneben eine beträchtliche Zunahme der Leukocyten, namentlich aber der eosinophilen Zellen. Die roten Blutkörperchen zeigen erhebliche Verschiedenheiten in der Größe: von Zwergzellen von nur Vi des gewöhnlichen Durchmessers über normal große bis zu wahren Riesenzellen. Kernhaltige rote Blutzellen sind gleichfalls häufig zu sehen und ebenso solche mit basophiler Körnung. Ich habe den