Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
684
Einzelbild herunterladen
 

684

I)r. C. Schilling.

Krise so deutlich ausgeprägt, daß ein Tier, zu dieser Zeit nachgeimpft, keine Neu­infektion entwickelt. Mit Blut, Knochenmark, Milz etc. immuner Hühner kann man i

keine IÜbertragung mehr erzielen. Die Spirochäten lassen sich auch auf Kaninchen j

durch intraperitoneale Impfung übertragen, verschwinden aber schon nach 2 Tagen ! i

Im Serum, das einem kranken Huhn entnommen ist, sterben die Spirillen i nach 48 h vollkommen ab, so daß es nicht mehr infiziert; aber man kann damit \ immunisieren. Bei 55° werden die Spirochäten getötet ; die immunisierenden Ivom- , pouenten des Serums widerstehen nur höchstens 10 Minuten einer solchen Temperatur.

Sie gehen auch durch ein Filter hindurch, welches die abgestorbenen Spirochäten j zurückhält. 2 ccm Serum eines geheilten Huhnes schützen, 48 11 vor der Injektion ; virulenten Materials einverleibt, gegen dessen Wirkung und erzeugen Immunität. L. Ebenso hat die Einspritzung einer Mischung von Immunserum und Spirochäten- '! haltigem Serum nicht nur keine Infektion zur Folge, sondern sie wirkt auch im- munisierend. Eine Heilwirkung hat Immunserum nicht. Kulturen der Spirochäten " . sind auf gewöhnlichen Nährböden mißlungen. Dagegen hat Levaditi in der oben p beschriebenen Weise (in Collodiumsäckchen innerhalb der Bauchhöhle von Kaninchen) ' eine Serie von Kulturen erzielt. Die Fbertragung kann direkt erfolgen, wenn ; Hühner sich blutende Wunden beibringen, ferner durch frische Dejektionen kranker ! Tiere, also vom Verdauungstraktus aus. Ferner ist nach den Versuchen von "j Marchoux und Salimbeni ein Argus (reflexus, miniatus?) als ein Überträger zu betrachten. Diese Zecken leben in den Rissen der Wände und unter den Planken >1 der Hühnerställe an trockenen Stellen. Sie saugen nur nachts Blut. Sie beher- bergen den Krankheitskeim noch mindestens 5 Monate, nachdem sie Gelegenheit !| zum Saugen an einem kranken Huhn hatten. Wenn vollgesogene Argas bei 35° ij gehalten werden, so gehen die meisten Spirochäten im Magen zugrunde, ein Teil j

dort zu beträchtlicher Zahl. Borell und Marchoux haben Spirochäten auch in den Ausführungsgängen der Speicheldrüsen gesehen. Das Eindringen dieser Spiro­chäten in die Eier ist noch nicht konstatiert.

Lounsbury gibt eine brauchbare Beschreibung der südafrikanischen Hühner­zecke, Argas persicas.

Es erscheint fraglich, ob das im Blute siid- und ostafrikanischer Rinder vor­kommende SpiriHum thcilen wie es Laveran genannt hat, zu den Spirochäten zu rechnen ist. Denn Theiler berichtet an Laveiiax, daßdie Bewegungen der Spirillen sehr lebhaft und mannigfaltig seien, undnach allen Richtungen hin ausgeführt werden. Nun ist aber bei den Spirochäten die Regel, daß sie sichschraubend, ohne dabei ihre Schraubenform grob zu verändern, in der Richtung der Längsachse vorwärts bohren eine Bewegungsart, die von Theiler sicher er­kannt und beschrieben worden wäre, wenn sie für diese Spirochätenart charakte­ristisch wäre. Es ist jedoch sicher gerechtfertigt, diesen Parasiten vorläufig zu­sammen mit den Spirochäten zu besprechen.

Die Spirochäten sind 2030 lang, 1 /.i 1 .'r p breit, haben fein zugespitzte Enden, an denen Laveran keine Geißeln darstellen konnte. Nach Laverans Ab­bildungen sind sie nur selten als typische Spiralen gebaut, häufig in Kreis- und 8 förmige Figuren zusammengerollt. (S. das Mikrophotogramm bei Zettnow.) Teilungsformen sind nicht erwähnt. Sie sind bald sehr spärlich (2 Fälle), bald in Mengen vorhanden (2 Fälle).

aus dem peripheren Blut.

aber dringt durch die Magenwandung in die Leibeshöhle ein und vermehrt sich ]|

Spiroeliaeta Tlieileri.

i