Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
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561
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Das Schwarzwasserfieber.

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Aus dem Vorstehenden e rgi b t s i c h m i t u n z w ei f e 1 haf t e r S i ch e r- heit die für die Ätiologie interessante Tatsache, daß das Klima an und für sich und direkt jedenfalls keine ätiologische Bedeu­tung hat. Die Krankheit kommt doch nicht selten erst in Europa zum Ausbruch bei Leuten, die längere Zeit in tropischen Schwarzwasserfiebergegenden sich auf­gehalten haben!

ln manchen tropischen Schwarzwasserfiebergegenden tritt ferner eine Zunahme der Krankheit auf, wenn während der Übergangszeiten zwischen Regen- und Trockenzeit gleichzeitig eine Zunahme der Malariafieber bemerkbar wird.

Beteiligung der einzelnen Rassen.

Absolute Immunität gegen Schwarzwasserfieber findet sich bei keiner Rasse, wenn auch die europäische am meisten, die Negerrasse bei weitem am wenigsten disponiert erscheint. Panse scheint das Vorkommen von Schwarzwasserfieber bei Negern zu bezweifeln und Verwechslung mit Ilämatochvlurie anzunehmen. Indeß sah ich selbst einen Fall bei einem Neger aus Togo, ebenso Hexley, A. Plehx, Viedtii und Mense. Auch Moffat bemerkte in Uganda (Ostafrika) bei Negern, die aus malariafreien in Malariagegenden kamen, Schwarzwasserfieber. Fiscii und Wicke beobachteten ebenfalls, wenn auch selten, Fälle von Schwarzwasserfieber bei Negern in Westafrika. Ein von Carre beobachteter Neger hatte wiederholt Schwarz­wasserfieber. Indeß kam es stets ohne Fiebersteigerung zu rascher Genesung. Nach V ortiscii hätte auch in Oberguinea ein Europäer bei einem älteren Neger, der an Malaria erkrankt war, nach Chinineinnehmen Schwarzwasserfieber auftreten sehen. Dasselbe wurde mir von zwei zuverlässigen Faktoristen in Kamerun erzählt hin­sichtlich ihrer Negerdiener.

Nach de Grevy wären sogar 20 von den Antillen eingeführte Neger im Kongogebiet an Schwarzwasserfieber erkrankt. Auch Moxcoiivo jr. sah zwei Fälle bei Negern in Rio.

Chinesen erkranken in Gegenden mit schwerer Malaria nicht selten tödlich, wie sich besonders im Kongogebiet und auf der Insel Fernando Po zeigte (Hagge und Dempwolff). In Gabun (Westafrika) sollen gefangene Tonkinesen früher zu vielen Dutzenden dem Schwarz Wasserfieber erlegen sein.

Indier werden nach englischen und deutschen Berichten sowohl in ihrer Heimat wie auch in anderen Schwarzwasserfiebergegenden (Ostafrika) betroffen. Powee hatte unter seinen 11 Fällen 8 Eingeborene Indiens.

Malayen und Indianer sind ebenfalls nicht immun. Rotsciiuh sah Schwarz Wasserfieber in Managua bei Indianern, welche sich inr Tieflande mit Malaria infiziert und noch nie Chinin genommen hatten.

Aus allen Berichten geht aber unzweife 1 haft hervor, daß in den von SchwarzWasserfieber heimgesuchten Malariagegenden die eingeborene Bevölkerung, welche relative Resistenz gegen die Malaria gewonnen hat, mehr oder weniger immun gegen das Schwarzwasserfieber ist.

So sali ich z. B. auch in dem wegen des Schwarzwasserfiebers berüchtigten Kamerun bisher noch keinen Fall von Schwarzwasserfieber unter der eingeborenen Negerbe Völkern ng.

Es ist das für die ätiologische Bedeutung der Malaria für das Schwarzwasser­fieber von AVichtigkeit.

Mense, Handbuch der Tropenkrankheiten. III.

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