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Dr. Hans Ziemann.
Neuerdings zeigte Gottstein, daß in Höhenlagen durch den veränderten barometrischen Druck auf die deckende Glasplatte des Zählapparates Änderungen im Volumen der Zählkammer entstehen können, wodurch die Zahl der roten Blutkörper auch rein mechanisch Schwankungen unterliegt. Jedenfalls werden künftig die betreffenden Untersuchungen, um zu brauchbaren Resultaten zu führen, auch die übrigen Eigenschaften des- Blutes, wie spezifisches Gewicht, Resistenz der roten Blutkörper etc. zu berücksichtigen haben. Auch sind Untersuchungen bei einem Menschenmaterial, das dauernd unter denselben Bedingungen lebt, instruktiver für Vergleichungszwecke als 1 ntersuchungen bei Menschen, die nur für kurze Zeit ins Gebirge gehen. Es wären also noch weitere Untersuchungen nötig über die entsprechenden Verhältnisse bei Europäern mit langem Aufenthalt an der tropischen Küste und im tropischen Gebirge.
A. Blehn sah bei Leuten, die nach Buea geschickt wurden, dort keine Erhöhung- des Hb. (wie in Europa), vielmehr nach Rückkehr in die Ebene eine Verminderung.
Nach den Kameruner Erfahrungen ist dringend jedem Transporte von Darmkranken, speziell dysenteriekranken .Malarikern, auch von Rheumatikern ins Gebirge zu widerraten.
Küstensanatorien. Ausgezeichnete Resultate kann, wie das Küstensanatorium Suellaba in Kamerun beweist, ein Küstensanatorium ergeben.
Dasselbe liegt in gänzlich malariafreier Umgebung, ist leicht zu erreichen und führt bei regelmäßiger, sehr frischer Seebrise und Gelegenheit zu Seebädern in kurzer Zeit durchschnittlich zu einer Steigerung des Hämoglobingehaltes, der Zahl der roten Blntkörper und des Appetits. Ich schicke allerdings dorthin nur Patienten, deren Nachbehandlung mindestens 8—10 Tage nach der Entfieberung von mir noch mikroskopisch und klinisch kontrolliert war, und die bereits wieder mindestens 50% Hg. aufweisen. Die Schaffung eines zweiten Sanatoriums im Gebirge in ca. 850 m Höhe ist projektiert.
Heimsendung aus den Tropen.
Alle Fieberkranke, deren Herstellung mit den vorhandenen Hilfsmitteln in den Tropen nicht möglich ist, bei denen die Anämie der Behandlung spottet, müssen nach Europa zurückgesandt werden. Das Klima des tropischen Hochgebirges ersetzt nie und nimmer das der gemäßigten Breiten, vgl. Ass mann, „Das Klima“ in AVeyl's Handbuch der Hygiene oder das bekannte Werk von Hann „Klimatologie“.. Zweckmäßigerweise machen die Heimzusendenden, um nicht einen zu plötzlichen Unterschied des Klimas ertragen zu müssen, bei der Rückkehr aus den Tropen, in einem gesunden subtropischen Hafenorte Station, falls nicht die Rückkehr im Sommer erfolgen kann. Die Heimsendung muß unter allen Umständen in Frage kommen bei immer wiederkehrender Neigung zu Schwarzwasserfieber bzw. Chininidiosynkrasie und schweren Schädigungen des Nervensystems und der blutbereitenden Organe, die durch Sanatorienaufenthalt nicht beseitigt werden konnten, ferner bei Neigung zu Albuminurie im Verlauf von Malariaanfällen. In der warmen Jahreszeit ist der Aufenthalt in den Gebirgen der subtropischen und gemäßigten Breiten in Höhenlagen bis zu GUU—1U00 m am empfehlenswertesten. Am besten wähle man warme windgeschützte Orte erst in 4<>0—50«) m Höhe, um die Kranken dann in Höhenlagen von 1000 m zu senden. An Badeorten kommen für Malariker mit Milz und Leberkongestionen in Frage Karlsbad, Marienbad, Kissingen, Wiesbaden, in Frankreich Vichy, in Italien Chianciano und Montecatini, welch letzteres Verf. aus eigener Anschauung empfehlen kann. Eine strenge Individualisierung und äußerst vorsichtige Steigerung der Badekur ist di’ingend erforderlich. Verf. hat speziell von den milden Bädern Kissingens sehr gute Resultate gesehen. Bei Anämie empfiehlt man die Bäder von Levico und Roncegno, Franzensbad, St. Moritz, Elster, Schwalbach und La. Bourboule.