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Dr. Hans Ziemann.
30 g der Rinde, an 1 Tage getrunken. Des Interesses halber erwähne ich noch von angeblich indischen Fiebermitteln:
1. Siounea. Patentmedizin einer Kalkuttafirma, welche angeblich von einer Pflanze aus Malariadistrikten gewonnen wird.
2. Neembark, die Rinde von Azadirachta indica, als Pulver oder in Dekokt.
3. Kreat, eine Tinktur von Kreat halviva.
4. Inderjao.
5. Coutea, eine Mischung von Chinin und Glaubersalz.
Moxcorvo lobte sehr die
Tinctura heliauthi, hergestellt aus den Blättern der Sonnenblume, mit denen sieh in Rußland die Malariakranken zudecken. Er erprobte dieselbe an 61 Fällen Kindermalaria in Tagesdosen von 1,0—20,0 und als Extrakt von 1,0 und 6,0. Die Wirkung soll beinahe der des Chinins gleichen. Andere sahen keinen Erfolg.
Crepe ’sclie Salbe, ebenso frische Ko 1 anüsse, die gleichfalls empfohlen wurden, fand Mlhlens gänzlich wirkungslos.
Cassia beareana. Der Extrakt soll nach Beare eine direkte Wirkung auf die Malariaparasiten üben.
Die Wurzel der Cassia beareana ist angeblich auch ein Heilmittel gegen Schwarz- wasserfleber und wird als solches von den Eingeborenen Ostafrikas verwandt. Man kocht 12 Zoll lange Stücke dieser Wurzel in 4 Liter Wasser und gibt von dem Aufguß alle Stunden einen Tassenkopf voll.
C. Serumtherapie.
Bereits Celli und Santori versuchten die Inkubationszeit des Malariafiebers durch die Behandlung mit Blutserum von immunen Tieren abzukürzen (vgl. Immunität).
Kuhn empfahl in mehreren Veröffentlichungen eine Serumtherapie der Malaria von folgenden Erwägungen ausgehend. Er fand in Deutschsüdwestafrika bei der afrikanischen Pferdesterbe, daß dieselbe hauptsächlich an den Orten und in den Monaten auftrat, in denen die Malaria vorkam, und als Krankheitserreger einen den Malariaparasiten des Menschen ähnlichen Parasiten. Er stellte ein Serum her, das gesunde Pferde sicher vor der Krankheit schützen und bei kranken Tieren zur Heilung führen sollte. Durch subkutane Impfung von 1 bis einigen ccm dieses dui’ch 3 ( Yo Karbolsäure für längere Zeit haltbar gemachten Serums will er gute Erfolge erzielt haben, indem das Fieber bei allen Geimpften beeinflußt wäre, bei Quartana weniger als bei Quotidiana oder Tropica. Üble Folgen, abgesehen von zuweilen einige Tage nach der Impfung auftretender unschuldiger Urticaria, sah er nicht. Je mehr Fieberanfälle der Kranke schon überstanden hatte, um so ausgesprochener war nach Kuhn die Wirkung. Das Serum wirkte während des Anfalls und in großen Dosen am besten. Bei alten Afrikanern und bei erwachsenen Eingeborenen trat angeblich oft sofort Heilung ein, während bei Kindern und bei Eingewanderten das Fieber allmählich innerhalb einiger Tage abfiel. Indeß sind Rückfälle nach 3—4 Wochen häufig. Es soll die Impfung mit dem Serum durch Vermehrung der natürlichen Schutzstoffe wirken.
Hovorka prüfte in Bosnien das KunN'sche Pferdesterbe-Serum in Gemeinschaft mit Kuhn bei 13 Tertiana-, 16 (Juartana- und 14 Perniciosafällen mit dem Resultat, daß das Serum bei (Juartana so gut wie unwirksam war, bei Tertiana und Perniciosaneuerkraukungen nur schwache Wirkungen erzielte. "Weitere Versuche scheinen nicht gemacht zu sein. Nocht sprach sich gegen das Verfahren aus.