Malaria.
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1899 Ollwig, Ein Beitrag zur Behandlung der Malaria mit Methylenblau. Zeitschr. f.
Hygiene u. Infektionskrankheiten H. 2.
1893 Kosin. H., Einfluß von Chinin und Methylenblau auf lebende Malariaparasiten. Deutsche med. Wocb. Nr. 44. p. 1068.
1901 Rose, Dr. Achilles, Methylene Blue in Malarial Disease, and the Substitution of Methyl Blue for Methylene Blue. The New York Medical Journ. 9. XI.
1900 Tappeiner, Uber die Wirkung fluoreszierender Stoffe auf Infusorien nach Versuchen
von O. Kaail Münch, med. Woch. Januar.
1900 Derselbe, Über die Wirkung der Phenylchinoline und Phosphine auf niedere Organismen. Deutsches Archiv f. klin. Medizin. 56.
B. Präparate, deren Wirkung auf die Parasiten der Malaria mehr oder weniger eine indirekte, bzw. unsichere ist.
Das Gemeinsame bei allen diesen Mitteln ist, daß systematische mikroskopische Blutuntersuchungen bei Erprobung der oft recht problematischen Mittel fehlen, und daß etwaige Erfolge bei kritischer Sichtung der beschriebenen Fälle fast nur bei älteren chronischen Malariafällen berichtet werden.
Neuerkrankungen sind und bleiben vorläufig die Domäne der Chinintherapie.
Arsenik wurde früher viel verwandt, therapeutisch und prophylaktisch. Die prophylaktische Verwendung und die therapeutische bei Neuerkrankungen scheint im allgemeinen mit Recht gänzlich aufgegeben. Dagegen wirkt es in Form von Solutio Fowleri oft ausgezeichnet bei chronischer Malaria als Unterstützung für eine Chininkur. Man gibt es, beginnend mit 3 mal täglich 4 Tropfen oder Granules, steigend nach je 3 Tagen um je 1 Tropfen, bis 3 mal täglich 12 bzw. 15 Tropfen, dann zur Anfangsdosis zurückgehen. Bei Eintritt von Magen- oder Augenstörungen soll das Abbrechen der Kur nicht ganz plötzlich, sondern innerhalb von 2—3 Tagen erfolgen, indem man bei jeder neuen Dosis um 1 Tropfen zurückgeht. Arsenik soll nach Durham auf die Gametocyten wirken. Man schreibt bekanntlich dem Arsenik eine reizende Wirkung auf das Protoplasma zu, welche je nach den Umständen entweder zu vermehrter und verbesserter Ernährung, oder toxisch zu Schwellung, Trübung und nachfolgender Degeneration führen kann. Es ist nicht zu vergessen, daß nur solche Gewebe, die bereits den Keim des Verfalles oder quasi abnorme Lebensbedingungen in sich haben, unter Arsenikeinfluß absterben. Darauf stützt sich ja die Arseniktherapie bei malignen Tumoren. Die Gametocyten aber, die ihre natürlichen Entwicklungsbedingungen nur im Anopheles finden, dürften ev. im gewissen Sinne trotz ihres oft langen Verweilens im menschlichen Organismus als solche Fremdkörper zu betrachten sein. Ich habe indeß niemals eine Zerreißung des Plasma der Gametocyten gesehen, wie sie Gautier beschreibt, auch nie einen Einfluß auf die Fieber und die etwaige Verzögerung der Rezidive.
Gu£rin gibt in Madagaskar 6—8 Tropfen Solutio Fowleri gemischt mit 1 ccm 10°/ 0 iger Antipyrinlösung subkutan, angeblich mit bestem Erfolge. G. hatte vorher 6 bis 7 Tropfen Solutio Fowleri gelöst mit V 2 ccm sterilisierten Wassers direkt in die Milz mehrere Tage hintereinander injiziert, ohne Erfolg gesehen zu haben.
Gautier und Billet berichten über gute Wirkung eines Arsenikpräparates, des Natrium-Methylarsinat-(Arrhenal) — (CH S ) 03 Na 2 , welches nach 5—6 subkutanen Injektionen von 0,05—0,1 pro die die hartnäckigsten, gegen Chinin resistenten Fieber zum Schwinden brachte und gleichzeitig die Anämie hob. Billet sah dabei Vermehrung der großen mononukleären Leukocyten. Goldschmidt gibt Arsen und Chinin, sulfuricum abwechselnd mit Erfolg. Fontoynont sah bei 4 malariakranken Haussafrauen mit drohendem Abort und Fieber nach Natrium-Methylarsinat-(Arrhenal) beste Wirkung, empfiehlt aber auch, bei eigentlicher Perniciosa Chinin zu geben. Chochez hatte im Gegensatz
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