Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
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491
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Malaria.

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Kutane Anwendung ip Form von spirituösen Einreibungen bzw. von Salben wird von einigen, wie Rasch, bei Kindern empfohlen. Bei der empfindlichen, stark schwitzenden Haut des Tropenbewohners ist diese Anwendung nicht ratsam.

Chinin per rectum kann infolge der neuerdings festgestellten starken Re­sorption (vgl. unten) in Frage kommen, besonders bei Kindern,. falls den anderen Appli­kationen Widerstand entgegengesetzt w r ird, jedoch nicht bei Erbrechen. Vorher Reinigungs­klystier. dann 1 g Chinin in 100 g Mucilago Gummi Arab. mit 12 Tropfen Tinctur. Opii versetzen und in 2 Absätzen einführen. Zusatz von Opium ist erforderlich, da sonst oft kaum zu ertragender Tenesmus entsteht.

Resorption des Chinins.

Die Löslichkeit uud Resorption des Chinins ist außer an die Acidität des Magen­saftes an die Aktion des Körpereiweißes und der Kohlensäure gebunden, welche mit dem Chinin, nachdem es dem Einflüsse des Pankreas- und Darmsaftes unter­worfen, Verbindungen eingeheu. Die Frage über den weiteren Verbleib dieser Stoffe bedarf noch dringend der weiteren Untersuchung. Sie ist meines Erachtens noch viel wichtiger als der chemische Nachweis des Chinins in den Körpersekreten, um einen Maßstab für die Höhe der Wechsel Wirkung zwischen Chinin und den Körper­ ften, besonders dem Blute, zu gewinnen. Nach Mariaxi entgehen nur etwa 33,23% des Chinins der Zerstörung durch den Körper, bei Anwendung eines fast unlöslichen Chininpräparates 68,4%. Die Zerstörung findet hauptsächlich in der Leber statt. Nach Welitschowski wird durch den Harn fast das gesamte eingeführte Chinin wieder ausgeschieden, nach Persoxne nur 16 % (innerhalb 2 Tagen), nach Byasson 75% in 72 Stunden. Das überhaupt zur Aus­scheidung gelangende Chinin wird jedenfalls fast nur durch deu Urin entfernt, durch die Fäces nur zu sehr geringem Teile. In den Trans- und Exsudaten, in der Amnionflüssigkeit und in dem ersten Urin der Neu­geborenen von chininisierten Müttern, wurde Chinin ebenfalls nur in äußerst ge­ringen Mengen gefunden.

Verf. konnte bei wiederholten Versuchen in dem gesammelten massenhaften Sch-weiße von 2 stark (2 g pro Dosis) chininisierten Malarikern überhaupt kein Chinin nachweisen. x )

Die Unterschiede in den Angaben der Autoren über die Menge der Chinin­ausscheidung sind groß und die daraus gezogenen, z. T. nicht gerechtfertigten Schlußfolgerungen sind daher außerordentlich verschieden.

Chininpräparat

Beginn der Chinin-Eliminierung Nach Kerner

Ende der

Chinin-Eliminieruug

Chin. hydr.

sulfur. (sauer)

1

15 Min.

30

|

48 Std.

48 ,.

Chin. sulf. (bas.)

45 Min.

1

i

60 Std.

Nach Garofalo dauert

die

Eliminierung des Chinins 1

1 j 27 3 / 4 Stunden, ?

' Dieto

r r r

48 Stunden

Byasson ,.

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62

r

Personne

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8

Tage.

i) Zum Nachweis des Chinins dient recht zweckmäßig die Pikrinsäure. Dieselbe <ribt in Lösungen von Chinin 1 auf 40000 noch deutliche Reaktion. Man säuert den Urin