Malaria.
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Höhe der therapeutischen Chinindosis.
I Dieselbe muß heim Erwachsenen 1 g als Minimaltagesdosis
f 3 cfle8 selbst in leichteren Fällen betragen und bei Neuerkrankungen fl 9 b 9 [ jedenfalls auch als Einzeldosis, damit eine heilkräftige Wirkung 9 $ 8 i/ß ausgeübt werden kann. Voraussetzung ist, daß völlige Resorption stattfindet. W oiCE Die Wirkung der auf längere Zeit verteilten kleinen Chinindosen ist jedenfalls bei iimoVL ; »Neuerkrankungen eine ungewisse. (Vgl. indeß die schönen Resiütate Nochts mit 09 ni 9 Ü 1 ' kleineren, auf 8 Stunden verteilten Dosen bei Rezidiven weiter unten.) Zarte hreifßH Patienten mit geringerer Blutmasse werden natürlich entsprechend weniger Chinin !9flßdi9 erhalten als robuste. Bei Kindern rechnet man im allgemeinen 0,1 g für jedes
8D9d9J 1 Lebensjahr bis zum 10., vorausgesetzt, daß es sich um sonst kräftige Kinder
flobnxul, , handelt.
I i Kinder vertragen nach Moncorvo Chinin viel besser als Erwachsene, er empfiehlt
ml ^ für Säuglinge sogar 0,25—0,5 in 24 Stunden, für ältere Kinder 0,5—1,0, was ich viel bm jjs zu reichlich finde, da die Konzentration des Chinins in der Blutmasse bloß 1:10000 zu 5gßit9d betragen braucht. Im übrigen muß man ihm zugeben, daß für die Medikation mehr die
iBvrdüS Schwere der Infektion als das Alter der Kinder in Betracht zu ziehen ist.
1 Die Frage des in jedem Falle entsprechenden Chininquantums ist noch mehr-
[8 doßl fach später zu streifen.
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Chinin bei Tertiana und Quartana.
Bei Tertiana und Quartana halte man sich im allgemeinen an die alte Regel, das Chinin 4—5 Stunden vor dem zu erwartenden Anfalle zu geben.
Die Anfälle sind nicht so lästig, daß nicht noch die Wirkung des Chinins ruhig vertragen werden kann. Die Kontrolle der Chinintherapie durch das Mikroskop ist aber notwendig, da die rein klinische Beobachtung uns im Stiche lassen kann, indem die bis dahin regelmäßigen Fieber sich in anteponierende oder postponierende verwandeln können und damit der Zeitpunkt des Malariaanfalles sich verschiebt.
Mau gibt also das Chinin, wenn im ungefärbten Präparat das Pigment der vollerwachsenen Parasiten sich zur Konzentrierung anschickt, bez. wenn im gefärbten Präparate die Chromatinteilung sich ihrem Ende nähert.
Gibt man das Chinin zu früheren Zeiten, etwa 12—24 Stunden vor dem zu erwartenden An falle, so macht man das Fieber häufiger zu einem unregelmäßigen und dann schwerer zu heilenden und eher von Rezidiven gefolgten, speziell bei der Quartana. Unter Umständen allerdings kann auch dann der sonst erwartete Anfall ausbleiben oder wenigstens sehr abgeschwächt sein.
Die Praxis zwingt uns oft genug, von dem obigen so sehr bequemen, klaren und einfachen Schema, Chinin nur ca. 4—5 Stunde ti vor dem Anfall zu geben, abzugehen und streng zu individualisieren, je nachdem wir einen Kranken ambulant oder im Krankenhause behandeln, je nachdem es sich um ein sonst kräftiges Individuum handelt oder vielleicht ein blutarmes schwaches Kind, ob es sich um eine Neuinfektion oder ein Rezidiv handelt. Bei ambulanter Behandlung, bei schwacher Konstitution und vor allem bei Neuerkrankung rate ich dringend, sofort mit energischer Chinintherapie zu beginnen, ganz gleichgültig, in welchem Entwicklungsstadium sich die Parasiten gerade befinden.
Beispiel: Herr N. ist ein kräftiger Mann mit hohem Fieber. Das Froststadium ist bereits im Abklingen. Die Blutuntersuchung zeigt eine Neuerkrankung an einfacher