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Dr. Hans Ziemann.
das Fieber selbst, sondern gegen die Ursache des Fiebers wirkte. Wir können liier leid abselien von den Derivaten der Chinarinde, dem Chinidin, C h i n o i d i n, C i n - - ri l c h o n i n, C i n c h o n i d i n, von denen insbesondere das Cinchonidinum hydrochloricum mir bzw. hydrobromicum eine Zeitlang eine Bolle spielte.
Korteweg fand letzteres in Holland, in doppelter Dosis wie Chinin gegeben, sehr nhn gut wirkend bei Chinin-Idiosynkrasie. Nach Marty soll es selbst in 3—4facher Dosis eieo schwächer wirken als die einfache Dosis Chinin. Kürzlich hat Mariani in einer sehr -irlo; sorgfältigen Arbeit aufs neue die Aufmerksamkeit auf die im Verhältnis zum Chinin viel lerv billigeren Derivate gelenkt und besonders bei Idiosynkrasie gegen Chinin, bei Kindern fli9l und bei Gravidität die längere Anwendung von 1—2 g dieser Derivate empfohlen.
Das wirksame Prinzip der Chinarinde, das Chinin, wurde mit dem Cinchonin 1820 028
durch Pelletier und Caventou chemisch rein dargestellt, nachdem bereits 1810 Gomez sax« in Lissabon aus der Chinarinde eine stärker als die bloße Binde wirkende Masse gewonnen. .uoi
Von den Verbindungen des Chinins kommen für uns in Frage; j eg d a s C h i n i n u m s u 1 f u r i c u m, b i s u 1 f u r i c u m, hydrobromicum, b i m u r i a t i c u m, pxx carbamidatum, valerianicum, tannicum, insbesondere aber das meist angewandte
Cli in in um hydrochloricum, ein weißes, kristallinisches, intensiv bitter; ‘xot schmeckendes, in Wasser schwer lösliches Pulver. ;
Wirkung des Chinins auf die Malariaparasiten im allgemeinen.
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1867 fand Binz die spezifische zerstörende Wirkung des Chinins auf niedere | e'i r
Organismen wie Infusorien, auf welche es einen hemmenden Einfluß bez. der Oxyda- j -nf
tionsprozesse ausübt. Eine ähnliche Wirkung schrieb er dem Chinin auf das Plasma I ' nu der Malariaparasiten zu. I
Eine andere Erklärung der deletären AVirkung des Chinins auf die Malaria- -ni
Parasiten, für die sich auch Schellong ausspricht, ist die, daß das Hämoglobin m<
durch das Chinin stärker an die Substanz der roten Blutkörper gebunden würde : eb und daß infolgedessen die Alalariaparasiten an Sauerstoffmangel stürben. Eine ; | . an dritte Hypothese ist die von King, wonach die Fluoreszenz des Blutes, welche eil
durch das Cliinin bedingt wäre, schädigend auf die Alalariaparasiten wirkte. Wir nr
kommen auf diese Theorie bei Besprechung der Lichttherapie der Alalaria noch : xlo zurück. '
In gewissen Fällen müssen wir neben den direkten Wirkungen des Chinins auf die Malariaparasiten auch mit den eventuellen AVirkungen des Chinins auf die infizierten roten Blutkörper als die AVirte der Parasiten rechnen.
Im folgenden seien nun kurz die Resultate zusammengefaßt, die sich bei A T er- gleichung von hunderten von Resultaten immer aufs neue ergaben.
1. Das Chinin Avirkt in allen Stadien der Schizonten schädigend auf die letzteren.
2. Diese AVirkung ist graduell sehr verschieden je nach den verschiedenen Entwicklungsstadien der Parasiten und dem Chinin- pan tum.
3. Das Chinin wirkt am sichersten auf die freien AIerozoiten und die jungen Schizonten, Avelche den roten Blutkörpern noch aufge1agert und noch nicht in die Substanz derselben eingesunken sind.
4. Auf die erwachsenen Gametocvten hat das Chinin z. T. keine Wirkung, am wenigsten auf die der Perniciosa. Dagegen werden die jungen und die halb erwachsenen Gamet.ocyten der Tertiana und Quarta na durch Chinin ebenfalls abgetötet, bedeutend
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