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Dr. Hans Ziemann.
Parasiten, Zellen und andere Gebilde, welche bei der Sektion der Mücken ev. mit Oocysten bzw. Sporozoiten verwechselt werden können.
Hält man sicli an die gegebene Beschreibung, so ist eine Verwechslung der Oocysten mit Filariaembryonen und jungen Filarien unmöglich. Oie Filariaembryonen kommen bekanntlich in der Brustmuskulatur, die Filarien selber im Labium und in der Basis des Halses vor. Auch die frei beweglichen Flagellaten im Anophelesdarm, wie Tsetse und andere Trypanosomen, die von Anopheles mit Tierblut auf’genommen sind, können mit Malariaparasiten nicht verwechselt werden. Auch eneystierte Trematoden sind in der Nähe des Halses im Gewebe des Anopheles gefunden worden, auch frei im Magen lebend. Buge hat eine Distomuminfektion beschrieben. Ebenso Martirano eine solche des Anopheles maculi- pennis durch kleinste, eneystierte oder freie Distomen. Im Mai und Juni waren 50°/ o der Mücken damit infiziert, und konnten die Cysten sowohl der Magen- und ()sophagusvvand wie auch den Innenwänden des Abdomens adhärent sein.
Unter Umständen können eine Verwechslung mit Oocysten bedingen
1. geschwollene Epithelzellen, Fig. 5e, und die sogenannten Trachealzellen. sternförmige Zellen am Ende der Luftkapillaren, Fig. öd;
Fig. 5.
Gebilde, welche ev. mit Oocysten oder Sporozoiten verwechselt werden können. Bez. Erklärung vgl. Text des vorstehenden Abschnitts.
(Fig. z. T. aus Grassi und Stephens u. Christophers.)
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2. Zellen des Fettkörpers, vgl. Fig. 5a u. b. Es sind das große, kleinkernige Zellen mit vielen Fettröpfchen, die der Magenwand ebenfalls anliegen können, und sehr oft dem Anfänger schon Oocysten vorgetäuscht haben. Mit ihnen zusammen können auch große braune, opake Zellen mit diffusem gelbem Pigment Vorkommen, die sogenannten Perikardialzellen;
3. einzelne Eier. Dieselben könnten dem Anfänger ebenfalls Oocysten Vortäuschen, wenn sie durch unvorsichtige Präparation von den Ovarien losgelöst wurden, und auf die Magenwand gelangen. Durch ihren scharfen Kontur, deutlichen Kern und Reservestoffe schon im lebenden Präparat von Oocysten zu unterscheiden, vgl. Fig. 3.
Von Sporozoen kommen bei der Untersuchung des Anopheles auf Malariaoocysten differentialdiagnostisch in Frage
1. wurstförmige Sporozoen, die nach Stephens und Christophers bisweilen in enger Verbindung mit den Speicheldrüsen stehen. Vgl. Fig. 5f;