Die im Blute schmarotzenden Protozoen und ihre nächsten Verwandten.
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4. Gattung Ant/eioeystisBRAZiL. — üocysten mit vier, je 16(?) Sporozoiten enthaltenden Sporocysten. — Typische und bisher einzige Art: Ang. audouiniae B razil aus einem marinen Borstenwurm.
5. Gattung lUierouxia Aim£ Schn. — Oocysten mit zahlreichen, nur je einen Sporozoiten enthaltenden Sporocysten. — Die durchweg wenig bekannten Arten, die mit Ausnahme eines Parasiten von Nepa cinerea im Darm von Myriapoden schmarotzen, werden von Mesnil auf vier Untergattungen verteilt: a) Barrouxia s. str. Sporocyste kugelig, glatt, zweiklappig, ohne schwanzartigen Portsatz, b) Urobarrouxia Mesn. Sporocyste mit schwanzartigem Fortsatz am einen Pole, sonst wie vorige, c) Echinospora L£g.. Sporocyste oval, bestachelt, zweiklappig. d) Diaspora Bia. Sporocyste oval; nicht zweiklappig, sondern mit Mikropyle.
II. Familie. Cnryofrophidae. — Coceidien mit Generationswechsel, bei denen der Kopulation keine Konjugation vorausgeht. Bei Schizogonie und Mikrogameten- bildung zweimalige multiple Teilung. — Außer Caryotropha mit der einzigen Art Caryo- tropha mesnili Siedl, aus der Leibeshöhle eines marinen Borstenwurmes gehört vielleicht auch Klossiella muris Sjiith et Johnson aus der Niere der Maus hierher.
III. Familie. Adeleidtte. — Coceidien mit Generationswechsel, bei denen der Kopulation der Gameten eine Konjugation der Gametocyten vorausgeht. Die Mikro- gametocyten bilden stets vier kurze plumpe Mikrogameten ohne Geißeln. Die Sporozoiten wachsen wie bei den Fimeriiden direkt zu den Schizonten heran, um durch einmalige multiple Teilung die Merozoiten zu bilden, üocystenbildung stets erst nach der Kopulation.
1. Gattung Adeleft Aim£ Schn. — Schizonten dimorph. In der reifen Oocyste vier oder mehr Sporocysten mit je zwei Sporozoiten. — Typische und bestbekannte Art: Adelea ovata Aim£ Schn, aus dem Darm von Lithobius.
2. Gattung Ley ereil a Mesnil. — Schizonten dimorph. Oocystenhülle doppelt oder dreifach (die innere dieser Hüllen vielleicht einer Sporocyste entsprechend), umschließt direkt zahlreiche Sporozoiten. — Typische Art: Legerelia nova (Aim6 Schn.) aus den Malpighischen Gefäßen von Glomeris.
3. Gattung Elossitt Aime Schn. — Kein Dimorphismus der Schizonten. In der reifen Oocyste zahlreiche kugelige Sporocysten mit je vier Sporozoiten. — Typische und bestbekannte Art: Klossia helicina AiMf; Schn, aus der Niere von Helix-Arten.
IV. Familie Eueoccitliitlfte. — Coceidien ohne Generationswechsel, welche sich nur durch Sporogonie vermehren, und bei denen der Kopulation keine Konjugation vorausgeht und die von einem Mikrogametocyten in sehr großer Zahl gebildeten Mikrogameten langgestreckt, fadenförmig sind.
Einzige Gattung: Eucoccidimii Lhe. (= Benedenia AiMfi Schn, nec Dies. = Leyeria JR. Bl. nec Labbe — Lcgerina Jacquemet). Oocystenbildung erst nach der Kopulation. In der reifen Oocyste zahlreiche Sporocysten. — Zwei Arten, die beide in den Lymphspalten des Darmes von Tintenfischen schmarotzen: Eucocc. octopianum (Amt Schn.) aus Octopus und Eledone mit je .10—12 Sporozoiten in den Sporocysten (Typus der Gattung) und Eucocc. eberthi (Labb£) aus Sei)ia officinalis mit je drei Sporozoiten in den Sporocysten.
Coccidiose beim Menschen.
Wenngleich der Mensch für kein einziges Coccid als ein normaler Wirt betrachtet werden kann, so sind doch mehrfach Fälle bekannt geworden, in denen sich Coceidien auch beim Menschen angesiedelt hatten.
Die Zahl der wirklich sicher gestellten Fälle von Coccidiose beim Menschen ist allerdings eine sehr geringe. Von schwerer zum Tode führender Lebercoccidiose sind nur zwei Fälle bekannt (1858 von G übler in Paris bei einem 45jährigen Manne beobachtet, bei welchem Leber-Echinococcus diagnostiziert war und der Tod an Peritonitis erfolgte, und 1890 von Silcock in London bei einer 50jährigen Frau, die unter schweren Erscheinungen fieberhaft erkrankt war und bei der sich außer zahlreichen käsigen Coccidien- herden in der Leber auch noch ebensolche in der gleichfalls vergrößerten Milz, sowie