Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
243
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Die im Blute schmarotzenden Protozoen und ihre nächsten Verwandten. 243

sind es dann, welche die Sonderung derSporoblastoiden zur Folge haben. Neuer­dings ist Schaudixn aber zu der Überzeugung gekommen, daß der Bau der Sporonten der Malariaparasiten auf diesen Entwicklungsstadien durchaus dem Knäuelstadium des Sporonten von Leucocytozoon entspricht, d. li. daß es sich auch bei den Malaria­parasiten um eine starke Aufknäuelung des vorwiegend in der Längsrichtung wachsenden Parasiten handelt (vgl. oben S. 177).

Während die Kerne anfänglich im Inneren jener von Grassi alsSporo- blastoiden bezeichneten Protoplasmamassen lagen, die nach dieser Auffassung Schaudixns nur die Schnitte, durch verschiedene Stellen eines durchaus einheit­lichen Knäuels darstellen (vgl. Taf. VII Fig. C, 2123), rücken auf späteren Ent­wicklungsstadien die durch die immer weiter fortschreitende Kernteilung entstandenen zahlreichen Tochterkerne an die Oberfläche jener Protoplasmamassen (vgl. Taf. VII big. C, 24). Dort [umgeben sie sich mit einem dünnen Protoplasmamantel, welcher sich durch seine hyaline Beschaffenheit von dem mehr körnigen Protoplasma im Inneren derSporoblastoiden unterscheidet. Auf diese Weise entsteht an der Ober­fläche derSporoblastoiden eine große Zahl von kleinen Zellen, welche sich im weiteren Verlaufe der Entwicklung stark in die Länge strecken und sich schließlich von den hierbei unverbraucht übrig bleibenden körnigen Protoplasmamassen (Rest­körper) als sogenannte Sporozoiten ablösen. Auch diese Bildung der Malaria- sporozoiten erfolgt also ebenso wie die vorausgegangenen Entwicklungsvorgänge noch wieder in durchaus analoger Weise wie die Bildung der kleinen Spirochäten formen seitens des Sporonten von Leucocytozoon.

Fig. 57.

mmM

mm

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a b

Reife Oocysten von Malariaparasiten mit ausgebildeten Sporozoiten.

(Nach Grassi aus Doflein.)

a Tertianparasit. Färbung mit Eisenhämatoxylin und Eosin. b Perniciosaparasit. Färbung

mit Hämalaun.

Die Zahl der von einem Sporonten der Malariaparasiten gebildeten Sporozoiten ist eine sehr erhebliche, unterliegt aber noch größeren Schwankungen als die bereits besprochene Größe der reifen Sporonten. Nach Grassi beträgt sie bald nur etliche 100, bald über 10000.

Auch die bei der Sporozoitenbildung nicht mit aufgebrauchten Protoplasmamassen des Sporonten, die sog. Restkörper, unterliegen nach Form und Zahl außerordentlichen

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