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Bd. 3 (1906)
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Dr. Max Lühe.

und welche auch neuerdings bei Minchin, der wieder alle im Blute schmarotzenden Sporo­zoen in der einen Ordnung Hämosporidia zusammenfaßt, noch innerhalb dieser Ordnung wieder eine besondere Unterordnung Hämosporea bilden. Innerhalb dieser Gruppe, die bis auf eine einzige, erst eben entdeckte Ausnahme nur Parasiten von Kaltblütern umfaßt, werden dann von Labbü, Neveu-Lejiaire, Minchin u. a. drei Gattungen unter­schieden:

1. Lankesterella Labbü (= Drepanidium Lank.) mit Lankesterella minima (Chaussat) als Typus. Hierher werden die Hämogregariniden der Amphibien gerechnet.

2. Karyolysus Labbü mit Karyolysus lacertarum (Danil.) als Typus und einigen anderen Arten aus Eidechsen und Schlangen.

3. Haemogregarina Danil. s. str. (= Danilewskya Labbej mit Haemogregarina stepanovi Danil. als Typus. Hierher werden bisher außer allen Arten aus Schildkröten, Krokodilen und Fischen namentlich auch noch alle diejenigen Arten aus Eidechsen und Schlangen gerechnet, bei welchen ein schädigender Einßuß auf den Kern des befallenen Erythrocyten, wie er den Anlaß zu der Namenbildung Karyolysus gegeben hat, bisher nicht bekannt ist.

Zweifellos ist dieses System noch recht unbefriedigend. Namentlich die Gattung Haemogregarina umfaßt noch eine ganze Reihe verschiedenartiger Formen, für welche bei besserer Kenntnis ihrer Entwicklungsgeschichte eine Anzahl neuer Gattungen wird gebildet werden müssen, während die Gattungen Lankesterella und Karyolysus mehr An­spruch auf Natürlichkeit haben dürften. Eine übersichtliche Besprechung der Hämo­gregariniden scheint mir jedenfalls zurzeit nur möglich unter Anordnung nach den ver­schiedenen Wirtsordnungen.

1. Hämogregariniden der Amphibien.

(Lankesterella.)

Aus dem Blute europäischer Frösche sind seit bereits längerer Zeit drei Lankeste- rella- Arten bekannt, deren Unterscheidung freilich umstritten ist.

1. Lankesterella minima (Chaussat). Aus dem Blute von Kana esculenta L. Synonyme: Anguillula minima Chaussat, Drepanidium ranarum Lank., Laverania rana- rum Grassi, Haemogregarina ranarum Kruse e p., Drepanidium princeps Labbü, Lan­kesterella ranarum Labb£, Dactylosoma splendens Labbü. In neuerer Zeit von Hintze entwicklungsgeschichtlich untersucht. Auch Bili.ets Angaben über eine algerische Lankesterella beziehen sich vielleicht auf dieselbe, jedenfalls auf eine sehr ähnliche .Art.

2. Lankesterella monilis (Labbü). Gleichfalls aus Kana esculenta L. Syn.: Drepanidium monile Labbü. Für die Selbständigkeit der Art ist neuerdings Hintze ein­getreten.

3. Lankesterella magna (Grassi u. Feletti). Ebenfalls aus Kana escu­lenta L. Syn.: Haemogregarina ranarum Kruse e p., Drepanidium magnum Grassi u. Feletti, Drepanidium krusei Labbü, Danilewskya krusei Labbe, Haemogregarina magna Labbü. Hintze hält es nicht für ausgeschlossen, daß L. magna keine selbständige Art, sondern nur das Makrogametenstadium von L. monilis ist. Ähnliche Formen hat Laveran neuerdings aus unbestimmten südafrikanischen und madagassischen Fröschen untersuchen können; beide scheinen aber verschieden voneinander.

Diesen Arten haben sich nun in den letzten Jahren noch angeschlossen:

4. Lankesterella tritonis(F antham). Aus dem Blute von Molge cristata (Laur.).

5. Lankesterella spec. Aus dem Blute einer brasilianischen Krötenart, von Durham in Para untersucht.

6. Lankesterella spec. Von Laveran zusammen mit einem kleinen Trypanosom in einer abessynischen Krötenart (Species zweitelhaft) gefunden. Nähere Angaben fehlen.

7. Haemogregarina tunisiensis Nicolle. Von Nicolle und Billet in Tunis und Algier im Blute von Bufo mauritanicus Schleg. gefunden. Scheint sich von den