Die im Blute schmarotzenden Protozoen und ihre nächsten Verwandten.
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Big. 28.
kennbar. Auch finde ich seine Größe innerhalb gewisser Grenzen schwankend (vgl. Fig. 26). Welche Bedeutung aber etwa diese Schwankungen in der Entwicklungsgeschichte der Art haben, bleibt noch aufzuklären.
Die undulierende Membran ist gut entwickelt.
Der Kern zeigt dieselbe Struktur wie bei Tryp. yanibiense und brucei, seinen Innenkörper fand ich allerdings durchweg kleiner wie bei Tryp. gambiense. Er liegt wie bei Tryp. gambiense und brucei und im Gegensatz zu Tryp. leicisi ungefähr in der Mitte des Körpers.
Das Hinterende ist bald kegelförmig verjüngt, bald abgerundet (vgl. Fig. 26).
Die Vermehrung erfolgt durch Zweiteilung und zwar in derselben Weise, wie dies bereits für andere Trypanozoen geschildert ist (vgl. Fig. 27).
Agglomeration mit den Hinterenden ist beobachtet, tritt aber nur in wesentlich geringerem Grade auf wie bei Tryp. lewisi und Tryp. brucei.
Einmal beobachtete ich ein abweichend gestaltetes Exemplar, welches durch seine größere Breite an die von mir als Weibchen gedeuteten Formen von Tryp. brucei und anderer Trypanozoen erinnerte, aber eine stark entwickelte undulierende Membran besaß. Das Chromatin war in wenigen, verhältnismäßig großen und unregelmäßig gruppierten Klumpen vereinigt, eine dasselbe umschließende Kernmembran nicht nachweisbar (vgl. Fig. 28). Ob es sich hier wirklich um eine jenen anscheinenden Weibchen von Tryp. brucei entsprechende Form handelt, muß ich noch dahingestellt sein lassen.
Künstliche Züchtung nach der Methode von Novy und McNeal scheint auf Schwierigkeiten zu stoßen, da alle diesbezüglichen Versuche von Laveran und Mesxil scheiterten. Rabixowitscii und Kempner ist diese Züchtung dagegen gelungen.
Trypanozoon equimim (VOGES).
Breite, blasse Form (weibliche Trypanoso- menf'orm'?). Original. Vergr. ca. 3000:1.
10. Trypanozoon theileri (Bruce)
(einschließlich Tryp. transmaUensc Lav. und Tryp. linyardi K. Br,.).
Hecht abweichend von allen bisher besprochenen Trypanozoen und zunächst schon durch seine riesenhafte Größe gekennzeichnet ist die von Bruce und Laveran annähernd gleichzeitig und unabhängig voneinander Trypanosoma theileri genannte Art, welche ausschließlich im Blute von Rindern gefunden worden ist und deren definitiven Wirt Laveran in einer Lausfliegc, Hippobosca rufipes v. Olf., vermutet.
Verbreitet ist Tryp. theileri anscheinend in ganz Südafrika (Capland, Orange, Transvaal). Je einmal ist eine ähnliche Form aber auch von Schilling- in Togo und von Pansf, auf der Insel Mafia (Deutsch-Ost-Afrika) gefunden worden und als einen weiteren, meines Wissens bisher noch nicht publizierten Fundort kann ich nach einem mir von Hrn. Dr. Ziemann frenndlichst zur Verfügung gestellten Präparat Transkaukasien hinzufügen. Auch die von Lingakd in Indien bei einem Rinde gefundenen riesenhaften Trypanosomen gehören vielleicht hierher.
Diese indischen Trypanosomen hat allerdings Blanchard als eine besondere Art (Tryp. lingardi) angesehen. Wenn ich geneigt bin, sie mit Tryp. theileri zu identifizieren, so kann ich mich außer auf ihre Größe und ihre Beobachtung bei einem Rinde freilich nur noch stützen auf die, eine weite Verbreitung der Art bezeugende, völlige Übereinstimmung der mir vorliegenden transkaukasischen Trypanosomen mit den Literaturangaben über die südafrikanischen Formen. Die Schilderung und Abbildung Lingard’s scheint