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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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IV. Die Karolinen, Marionen und Palauinseln.

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Palmen fanden sich ursprünglich nur in zwei Arten (Kokos und Areka); von anderen Pflanzenfamilien sind Orchideen, Urticeen, Euphorbiaceen, Syn- anthereen, Leguminosen, Malvaceen, Nubiacen, Apochneen usw. be­sonders vorherrschend. Die Nahrungspflanzen sind die gewöhnlichen des Ozeans, zu denen noch mehrere aus den Philippinen eingeführte ge­kommen sind.

Das Klima von Uap. *)

Was das Klima angeht, so ist bezüglich seiner Wirkung auf den Menschen zu betonen, daß es als ein außerordentlich gesundes bezeichnet werden kann. Ich habe doch etwa ein halbes Dutzend Europäer kennen gelernt, die seit 15 Jahren auf Pap leben, und alle versicherten, nie etwas vorn Fieber, Dysenterie und anderen Tropenkraukheiten am eigenen Leibe gespürt zu haben. Auch die Eingeborenen leiden, wenn wir allerlei Hautaffektionen ausscheiden, offenbar sehr wenig unter Krankheiten. Ein Fall, den ich sicher als Lepra hätte deuten müssen, ist mir nicht vor­gekommen, auch Syphilis scheint nur ganz vereinzelt vorzukommen. Das Klima ist, wie nicht anders erwartet werden kann, ein außerordentlich gleichmäßiges. Während der sieben Monate von Anfang Dezember bis Ende Juni, wo ich täglich dreimal meteorologische Beobachtungen anstellte, war die tiefste Schattentemperatur, die ich ablas, 25, die höchste Z1° 0. Gewöhnlich übersteigt die Tagesamplitude nicht 3 oder lo, ge­wöhnlich wird die Hitze auch durch Seebrise so gemildert, daß man selbst während der Mittagspausen im angenehmsten Wohlbehagen zu schwelgen vermag. Die Temperatur bleibt sich das ganze Jahr über gleich, dagegen tritt ein ziemlich ausgeprägter Wechsel zwischen feuchter und trockener Zeit ein. Eine lange und intensive Trockenheit hatte ich selbst durch­zumachen; denn es fielen von Mitte Januar bis Anfang Juni nur 156 nam Regen, was für eine Insel unter dem neunten Grad nördlicher Breite als ganz etwas Abnormes zu gelten hat. Alle Bäche trockneten während derselben aus, alle Quellen versiegten, so daß die Eingeborenen und teilweise auch die wenigen auf Aap lebenden Europäer gezwungen waren, das unentbehrliche Naß durch Ausgraben tiefer Erdschachte zu gewinnen. Als Regel kann gelten, daß jährlich etwa 2500 mm Regen fallen und davon gegen 2000 mm auf die Zeit vom Juni bis November. Langandauernde Regengüsse sind selten; die ganz überwiegende Zahl der Regenfälle hat einen böigen Charakter, indem schnell herbeieilende Wolken unter heftigen Windstürmen sich Plötzlich entladen und dann wieder das heiterste, sonnigste Wetter herrscht. Die Regenzeit ist zugleich die Zeit der wechselnden Winde, während in der Trockenzeit der Nordost-Monsun fast ausschließlich herrscht. Die Winde sind am heftigsten von Ende

Z Pros. Dr. Volkens:Über die Karolineninsel Dap." Verh. d. Ges. für Erdk. 1901. S. 67.