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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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IV. Die Karolinen, Marionen und Palauinseln

a) Allgemeine Beschreibung des Landes Lage. Erwerbungsgeschichte. Bodenbeschaffenheit.

Westlich vom Marshallarchipel erstreckt sich in langer, über 25 Längengrade reichender Kette die Gruppe der Karolineninseln. Hieran schließen sich wiederum im Westen die Palauinseln, während wenige Breitengrade nördlich von den West-Karolinen die Gruppe der Marionen oder Ladronen gelagert ist.

Schon im Jahre 1885 machte Deutschland den Versuch, die Karolinen­inseln in Besitz zu nehmen, stieß aber auf den Widerstand der Spanier, welche ältere Rechte geltend machten. Der Papst, dessen Vermittlung angerufen wurde, entschied zugunsten der spanischen Oberhoheit; doch erhielt Deutschland das Recht zur Anlage einer Kohlen- und Flotten- station. Durch einen Kaufvertrag vom 30. Juni 1899 gingen indessen diese Gruppe sowohl wie auch die Palau und die Marionen (mit Aus­nahme von Guam) an Deutschland über.

Die Karolinen und Palau haben einen Flächenraum von 1600, die Marionen von etwa 600 tzkm. Die Marionen und Palauinseln, sowie die Karolineninseln Kusaie, Ponape, der Rukarchipel und Aap sind Hochinseln, also vulkanischen Ursprunges. Den Jnselkern bilden meist Basalte, die nicht selten von einem Panzer aus gehobenen Korallen- kalken umschlossen werden. Auf Ponape erhebt sich der Talokomeberg bis zn einer Höhe von fast 900 m. Auch die Marionen zeigen vielfach ansehnliche Erhebungen, doch sind die Vulkane, wie es scheint, sämtlich erloschen.

Alle übrigen Inseln und Gruppen sind korallinischen Ursprungs und weisen die Form der Atolle auf.

Klima. Gesundheitsverhältnisse. Pflanzen- und Tierwelt. Bevölkerung.

Das Klima ist tropisch, die Temperatur gleichmäßig und durch die Seewinde gemildert. Der Regenfall ist bedeutend (auf Pap z. B. 2500 Millimeter); die Regenzeit umfaßt die Monate Juni bis Oktober. Wäh-